Franchise News

Donnerstag, 31. Mai 2012

Social Franchising: Mehr Effizienz für soziale Projekte

 

Soziale Probleme mit unternehmerischen Konzepten und Denkweisen angehen - dafür plädiert die Franchise-Expertin Waltraud Martius.

Einen wichtigen Beitrag dazu könnte der relativ neue Ansatz des "Social Franchising" leisten. Dabei werden in sozialen Projekten systematisch Richtlinien und Qualitätsstandards erfasst, um diese dann in weiteren Programmen umsetzen zu können.

So kann wichtiges Know-how schnell und einfach in neue Projekte einfließen. Instrumente und Maßnahmen, die sich dort als effektiv erwiesen haben, lassen sich hier auf die gleiche Art und Weise einsetzen. "Genau das ist auch die erfolgreiche Grundidee des kommerziellen Franchising", erklärt Martius, geschäftsführende Gesellschafterin der Beratungsfirma Syncon mit Sitz in Österreich und Deutschland. "Die Vervielfachung von bewährten Geschäftsmodellen erleichtert die Expansion, neue Gründer profitieren vom bestehenden System."

In der Geschäftswelt boomt Franchising weltweit. Social Franchising steckt dagegen - zumindest in Europa - noch in den Kinderschuhen. In Österreich hat sich zum Beispiel die Organisation "atempo" etabliert, sie bietet Know-How für Unternehmen in Bezug auf Barrierefreiheit und Qualitätsevaluierung an. Weltweit bekannte "Marken" sind beispielsweise die globale Organisation der Pfadfinder oder die YMCA (Young Men's Christian Association).

Viele Anwendungsbereiche denkbar

"Ein ausgezeichnetes Beispiel für erfolgreiches Social Franchising ist die Organisation 'wellcome' in Deutschland", so Martius. "Sie unterstützt an einzelnen regionalen Standorten junge Mütter, die nicht auf Hilfe durch die Familie oder durch Freunde zählen können." Ein Handbuch beschreibt alle relevanten Verfahren und Richtlinien. Ressourcen werden so kostengünstig genutzt, die Struktur ermöglicht eine schnellere Expansion und gleichzeitig die effektive Verwendung lokalen Wissens in bestehenden Organisationen.

"Anwendungsbereiche für Social Franchising gibt es sicher viele", meint Martius. "Es kann in der Ausländerintegration genauso eingesetzt werden wie bei Jugendprojekten, in der Gesundheitsprävention oder in der Betreuung von Obdachlosen - natürlich immer unter Einbeziehung der lokalen Gegebenheiten. Besonders für Non-Profit-Organisationen würde das Modell Franchising fallweise mehr Effizienz garantieren, denn oft werden ähnliche Projekte aufgebaut ohne Ressourcen und Know-how richtig zu übertragen."

Im kommenden Herbst soll in Österreich der erste Social-Franchising-Kongress stattfinden. Die Planungen laufen, Mitveranstalter ist der österreichische Senat der Wirtschaft.


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