Franchise und Gründungs Know-how

Die KFW Bank

Die KFW Bank

In Zusammenarbeit mit den Banken und Sparkassen unterstützt die KfW Mittelstandsbank Existenzgründer und etablierte Unternehmen auf verschiedenen Wegen – mit klassischen Krediten, Nachrangdarlehen und Finanzierungsberatungen. Aufgrund der steigenden Bedeutung des Franchisings für den deutschen Arbeitsmarkt und die Existenzgründerszene kommen die Förderprogramme der KfW Mittelstandsbank immer häufiger bei der Finanzierung von Franchisegründern zum Einsatz. Da Franchisegründer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit oft Neuland betreten, sind zuverlässige Informationen für sie unverzichtbar. Deshalb finden Sie hier auf die häufigsten Fragen zum Thema Finanzierung eine Antwort.

Was bietet die KfW Mittelstandsbank im Zusammenhang mit Franchising an?
Die KfW Mittelstandbank bietet zusammen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie auf der nexxt-Franchisebörse Gründern im Vorfeld ihrer Existenzgründung die Möglichkeit, sich über bereits eingetragene Franchisesysteme zu informieren. Ebenso können sich dort bereits bestehende Franchisesysteme unter bestimmten Voraussetzungen eintragen lassen.

Bei der passenden Finanzierung unterstützt die KfW Mittelstandsbank Franchisenehmer mit klassischen zinsgünstigen Krediten, Nachrangdarlehen und Finanzierungsberatungen.

Was ist die „nexxt-Franchisebörse“?
Die nexxt-Franchisebörse ist ein Angebot von der KfW Mittelstandsbank und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie für Franchisenehmer und –geber. Sie finden diese unter http://www.nexxt-franchiseboerse.org/. Existenzgründer die sich generell für Franchise interessieren können mittels der Kriterien Branche, Franchisegebühr, Eintrittsgebühr und Volltextsuche nach den für Sie geeigneten Franchisesystemen recherchieren. In der Franchisebörse präsentieren sich Franchise-Systeme, deren Standardvertragsbedingungen grundsätzlich eine Förderung mit Förderdarlehen der KfW Mittelstandsbank zulassen.

Welche Punkte sind bei der Auswahl eines Franchisesystems wichtig?
Folgende Fragen helfen bei der Prüfung des Franchisesystems:

  • Kann der Franchise-Geber bereits ein bis zwei Jahre Markterfahrung nachweisen?
  • Hat die Firma des Franchise-Gebers ausreichende Pilot-Erfahrung (also mehr als einen Betrieb)?
  • Wie viele Franchisenehmer gibt es bereits?
  • Gibt es vor Vertragsabschluss die Möglichkeit, andere Franchise-Nehmer und ihre Betriebe kennen zu lernen?
  • Gibt es Franchise-Nehmer-Gremien (zum Beispiel Beiräte)?
  • Ist das Handbuch verständlich aufbereitet?
  • Besitzt der Franchisegeber ein spezielles Know-how beziehungsweise etwas Einmaliges?
  • Nimmt der Franchisegeber Einfluss auf die Preisgestaltung seiner Systempartner?
  • Ist bei einem vorgeschriebenen Mindestumsatz oder einer Mindestabnahmemenge der für den Franchisenehmer geplante Umsatz realistisch und rentabel?
  • Bietet der Franchisegeber individuelle Beratung, regelmäßige Schulungen und den Erfahrungsaustausch mit „Franchisekollegen“ an?
  • Ist im Franchisekonzept eine wirkungsvolle Betreuung – auch im Krisenfall – vorgesehen?
  • Gibt der Franchisegeber Unterstützung bei der Erstellung eines Liquiditätsplans und einer Erfolgsvorschau?
  • Ist der Franchisegeber Mitglied im Deutschen Franchise-Verband (DFV)?

Wichtig ist die Prüfung des Franchisevertrages. Franchiseverträge sind häufig komplexe Vertragswerke. Hier müssen Sie genügend Zeit haben, den Franchise-Vertrag zu prüfen? Lassen Sie den Franchisevertrag – bevor Sie ihn unterschreiben – auch von einem Rechtsanwalt prüfen, der sich auf das Thema Franchising spezialisiert hat.

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Welche Förderprogramme bietet die KfW Mittelstandsbank an?

Für Franchisegründer mit einem Fremdfinanzierungsbedarf von maximal 25.000 Euro bietet die KfW-Mittelstandsbank das Mikro-Darlehen an. Auch Franchisenehmer, die noch nicht länger als drei Jahre selbstständig tätig sind, können zur Festigung ihres Betriebes das Mikro-Darlehen in Anspruch nehmen.

Das StartGeld richtet sich an Franchisegründer, deren Investitions- und Betriebsmittelbedarf maximal 50.000 Euro beträgt.

Bei einem höheren Investitionsbedarf ist der Einsatz des Unternehmerkapital – ERPKapital für Gründung sinnvoll. Das ERP-Kapital für Gründung ist ein langfristiges Nachrangdarlehen. Die KfW tritt im Rang hinter die Forderungen aller übrigen Fremdkapitalgeber zurück, so dass die Darlehen eine eigenkapitalnahe Funktion haben.
Da für dieses Darlehen keine Sicherheiten gestellt werden müssen, verbleiben Besicherungsmöglichkeiten für weitere Fremdkapitalaufnahmen, die so erleichtert werden. Voraussetzung für das ERP-Kapital für Gründung ist, dass der Existenzgründer sich mit Eigenmitteln von mindestens 15 Prozent an der Finanzierung der Investitionen beteiligt. Die KfW Mittelstandsbank stockt diese Eigenmittel auf bis zu 40 Prozent der Investitionen mit dem unbesicherten, langfristigen ERP-Kapital für Gründung auf.

Mit dem Unternehmerkredit können sowohl Franchisegründer als auch etablierte Franchiseunternehmen ihre Investitionen bis zu einem Darlehensbetrag von 10 Millionen Euro voll finanzieren. Der Unternehmerkredit ist banküblich zu besichern.
Darüber hinaus gibt es weitere Förderprogramme für junge und etablierte Unternehmen.
Eine Übersicht über die einzelnen Förderprogramme der KfW Mittelstandsbank finden Sie unter:
http://www.kfw-mittelstandsbank.de/DE_Home/Kredit/Die_Foerderprogramme_im_Einzelnen/index.jsp.

Wie kann ich Förderdarlehen der KfW Mittelstandsbank beantragen?

Für alle Förderprogramme der KfW Mittelstandsbank gilt das sogenannte Hausbankprinzip.
Das heißt: den Antrag für die KfW-Förderdarlehen stellen Sie nicht direkt bei der KfW Mittelstandsbank, sondern bei Ihrer Bank oder Sparkasse (Hausbank). Hierbei ist wichtig, dass der Antrag gestellt wird, bevor mit dem Vorhaben begonnen wird. Gehen Sie also keine wesentliche Zahlungsverpflichtung (zum Beispiel durch die Unterzeichnung des Franchisevertrages) ein, bevor Sie den Antrag bei Ihrer Bank oder Sparkasse gestellt haben.

Da die Hausbank auch für die Förderdarlehen in der Regel zumindest teilweise das Risiko eines Kreditausfalls trägt, müssen Sie die Hausbank von den Erfolgsaussichten Ihres Vorhabens überzeugen.

Wie kann ich mich als Franchise-Gründer auf das Hausbankgespräch vorbereiten?

  • Vereinbaren Sie mit Ihrem Ansprechpartner für Existenzgründungsfinanzierungen und öffentliche Fördermittel bei Ihrer Hausbank rechtzeitig einen Gesprächstermin. Fragen Sie bei dieser Gelegenheit nach, welche Unterlagen schon vor dem Gespräch benötigt werden.
  • Behalten Sie das Ziel des Gesprächs vor Augen: Zunächst überzeugen Sie die Bank oder Sparkasse, Ihr Projekt zu finanzieren. Dann suchen Sie gemeinsam nach der für Sie günstigsten Lösung. Die lautet normalerweise: Förderdarlehen, gegebenenfalls ergänzt durch ein Darlehen der Hausbank. Sprechen Sie auch von sich aus das Thema Förderdarlehen an.
  • Überlegen Sie, welche Sicherheiten Sie der Bank oder Sparkasse für einen Kredit anbieten können. Sowohl Hausbankdarlehen wie auch die meisten Förderdarlehen sind banküblich zu besichern. Je werthaltiger die angebotenen Sicherheiten sind, desto eher wird Ihre Hausbank bereit sein, Ihr Vorhaben zu begleiten. Gegebenenfalls haben Sie auch die Möglichkeit, den Preis für Ihren Kredit (Zinssatz) durch die Stellung von werthaltigen Sicherheiten zu reduzieren.
  • Achtung: Wer Förderdarlehen nutzen möchte, muss unbedingt die Fristen einhalten. Die Anträge sind vor Vorhabensbeginn bei der Hausbank zu stellen. Ferner sind auch die Bearbeitungszeiten bei Ihrer Bank oder Sparkasse und auch bei der KfW zu berücksichtigen. Zwischen Antragstellung und Auszahlung des Geldes können bis zu vier Wochen und mehr vergehen.
  • Gegebenenfalls verstärken Sie Ihre Chancen, ein Kreditinstitut für Ihr Vorhaben zu gewinnen, wenn Sie bereits eine Stellungnahme/einen Beratungsbericht einer Kammer, eines Wirtschaftsprüfers, einer Berufsvertretung oder eines Unternehmensberaters vorlegen können. Klären Sie, ob Ihre Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer bereit ist, eine entsprechende fachliche Stellungnahme zur Einschätzung Ihrer Qualifikation und Ihres Gründungskonzeptes zu erteilen.
  • Für eine Bank ist das Geschäftskonzept (auch Businessplan genannt) das A und O. Tipps zur Gestaltung des Businessplans finden Sie auf der Homepage der KfWMittelstandsbank unter http://www.kfw-mittelstandsbank.de/DE_Home/Gruenderzentrum/Planungsphase/index.jsp.

Des Weiteren helfen Ihnen unsere Checklisten bei der Gestaltung des Businessplans.

Diese Checklisten finden Sie im PDF-Format unter
http://www.kfw-mittelstandsbank.de/DE_Home/Service/Online-Bibliothek.jsp.

Quelle: Gründung & Franchising 2007/2008; Erfolgreich Selbstständig; BusinessVillage Verlag; ISBN-13:978-3-938358-65-8

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