Gründung und Franchising

Wichtige Steuern, die Sie kennen sollten

Wichtige Steuern, die Sie kennen sollten

Folgende Steuerarten sind für den Unternehmer im Wesentlichen von Bedeutung:

Einkommensteuer
Die Einkommensteuer ist die Steuer der natürlichen Personen und beruht auf dem Einkommensteuergesetz (EStG). Sie wird bei Einkünften aus selbstständiger Tätigkeit (Gewerbetreibende, Freiberufler) im Veranlagungsverfahren auf Grund der Steuererklärung ermittelt.

Körperschaftsteuer
Die Körperschaftsteuer ist die Einkommensteuer der juristischen Personen (GmbH, Aktiengesellschaft).

Umsatzsteuer
Die Umsatzsteuer ist eine Bundessteuer. Sie gehört zu den sogenannten indirekten Steuern. Steuerschuldner sind Unternehmer, das heißt natürliche und juristische Personen, die beruflich oder gewerblich selbstständig und nachhaltig zur Erzielung von Einnahmen tätig sind.

Gewerbesteuer
Bei der Gewerbesteuer ist der Gewerbebetrieb Gegenstand der Besteuerung. Besteuert wird der Gewerbeertrag. Der Steuerbescheid wird von der Gemeinde, an die die Steuer abzuführen ist, erlassen.

Einkommensteuer
Die Einkommensteuer ist die Steuer der natürlichen Personen. Bei Personengesellschaften (Offene Handelsgesellschaft, Kommanditgesellschaft) und der GmbH entfällt die Einkommensteuer, doch unterliegen hier die Gewinnanteile der Gesellschafter der Besteuerung.

Steuerpflichtig sind natürliche Personen, die

  • im Inland ihren Wohnsitz haben (unbeschränkte Steuerpflicht)
  • oder im Inland weder einen Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, jedoch Einkünfte im Inland beziehen (beschränkt steuerpflichtig).


Der Einkommensteuer unterliegen nach § 2 EStG folgende Einkunftsarten:

  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
  • Einkünfte aus Gewerbebetrieb
  • Einkünfte aus selbstständiger Arbeit
  • Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
  • sonstige Einkünfte im Sinne des § 22 EStG


Einkünfte, die diesen sieben Einkunftsarten nicht zuzurechnen sind, unterliegen nicht der Einkommensteuer. So sind zum Beispiel Schenkungen und Lotteriegewinne steuerfrei.

Die Einkommensteuerveranlagung erfolgt in der Regel nach Ablauf eines Kalenderjahres beim zuständigen Finanzamt. Der Selbstständige hat dem Finanzamt eine eigenhändig unterschriebene Steuererklärung vorzulegen. Kaufleute (in das Handelsregister eingetragene Firmen) müssen eine Bilanz und eine Gewinn- und Verlustrechnung mit abgehen. Nichtkaufleute (Kleingewerbetreibende, die nicht im Handelsregister eingetragen sind) eine einfache Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (Überschussrechnung).

Gewinnermittlung von Kleingewerbetreibenden durch die Überschussrechnung
Diese Gewinnermittlungsmethode ist dann zulässig, wenn der Gewerbetreibende nicht in das Handelsregister eingetragen ist oder nach steuerrechtlichen Vorschriften folgende Grenzwerte nicht überschreitet:

  • Umsatz im Kalenderjahr 350.000 Euro oder
  • Gewinn im Wirtschaftsjahr 30.000 Euro.

Steuerpflichtige, die ihre Gewinne durch die Überschussrechnung ermitteln, sind zwar nicht verpflichtet, nach den „Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung“ Bücher zu führen sowie ein Inventar und eine Bilanz zu erstellen, sie müssen jedoch auch einige wichtige Vorschriften beachten:

  • Belegprinzip: „Keine Buchung ohne Beleg“
  • Beachtung der Aufbewahrungsfristen
  • das Führen eines Bestandsverzeichnisses für abschreibungsfähige Wirtschaftsgüter
  • das Führen eines Wareneingangsbuches für Warengeschäfte

Zusätzlich gilt:

  • Privat- und Geschäftsausgaben sind streng zu trennen.


Tipps zum Thema Einkommensteuer

  • Sammeln Sie alle Ausgabenbelege, die schon in der Planungsphase der Existenzgründung anfallen (zum Beispiel Beraterhonorare, Reisekosten, Fachbücher, Postgebühren). Diese Vorkosten sind bereits Betriebsausgaben und können sich steuermindernd auswirken.
  • Verluste können mit anderen erzielten Einkünften verrechnet werden.
  • Verluste, die im ersten Geschäftsjahr entstehen, können durch einen Verlustrücktrag (ein Jahr vor dem Gründungsjahr) oder einen Verlustvortrag (unbegrenzt) in die folgenden Jahre steuerlich mindernd verrechnet werden.
  • Kommen Sie im zweiten oder dritten Geschäftsjahr in die Gewinnzone, so legen Sie sich einen ausreichenden Steueranteil zurück, um nicht dem Finanzamt gegenüber in Zahlungsschwierigkeiten zu geraten. Steuerschulden haben – zusammen mit den Abgaben an die Sozialversicherung und dem Kapitaldienst an die Banken – absolute Priorität vor anderen Ausgabenarten.
  • Da es sehr schwierig ist, sich im Steuerdickicht alleine zurechtzufinden, sollten Sie sich rechtzeitig einen Steuerberater suchen.

Wie funktioniert der Verlustrücktrag und Verlustvortrag?
Verluste, die im Gründungsjahr und eventuell in den Folgejahren entstehen, sind mit erzielten Einkünften zu verrechnen. Außerdem ist ein Verlustrücktrag und ein Verlustvortrag möglich.

Weisen Sie im Gründungsjahr 2006 einen Verlust aus, können Sie diesen mit dem Gewinn des letzten Jahres, also für das Jahr 2005, verrechnen und so nachträglich vom Finanzamt zu viel gezahlte Steuern erstattet bekommen, unabhängig davon, ob bereits ein rechtswirksamer Steuerbescheid ergangen ist oder nicht. Sollte die Verrechnung mit dem Vorjahr einen Restverlust noch offen lassen, ist eine Verrechnung mit den folgenden Jahren nach dem Gründungsjahr möglich, und zwar unbegrenzt.

Körperschaftsteuer
Die Körperschaftsteuer kann als Einkommensteuer der juristischen Personen angesehen werden. Neben anderen Unternehmensformen, die im Gründungsbereich keine Rolle spielen, unterliegt die GmbH einer unbeschränkten Steuerpflicht. Besteuerungsgrundlage ist der unternehmerische Gewinn innerhalb einer Wirtschaftsperiode. Die Ermittlung des steuerpflichtigen Einkommens richtet sich nach den Vorschriften des Einkommensteuergesetzes in Verbindung mit den Vorschriften des Körperschaftsteuergesetzes (§§ 8 – 22 KStG).

Gewerbesteuer
Die Gewerbesteuer ist eine Objektsteuer. Persönliche Gesichtspunkte werden nicht berücksichtigt (Alter, Familienstand usw.). Jeder Inhaber eines Gewerbebetriebes unterliegt der Steuerpflicht, ausgenommen sind Betriebe der Land- und Forstwirtschaft. Die Gewerbesteuer ist für die Gemeinden die wichtigste Steuereinnahmequelle. Die Höhe der Gewerbesteuer wird von der Höhe des Gewerbeertrags bestimmt. Gewerbeertrag ist der Gewinn, der nach Einkommensteuer und Körperschaftsteuer ermittelt wird. Ein Freibetrag von 24.500 Euro wird bei Personengesellschaften und Einzelunternehmen berücksichtigt. Kapitalgesellschaften haben diese Vergünstigungen nicht. Gewerbesteuerzahlungen werden vom Finanzamt berechnet, jedoch an die Gemeindesteuerämter geleistet.

Rechtsgrundlagen: Gewerbesteuergesetz

Schema für die Gewinn- und Verlustermittlung von Kleingewerbetreibenden (Nichtkaufleuten)

Überschussrechnung gemäß § 4 (3) EStG:
Betriebseinnahmen:
Warenverkauf ____________
Dienstleistung ____________
Summe ____________
Betriebsausgaben:
Personalkosten ____________
Personalnebenkosten ____________
Waren ____________
Telefon ____________
Kfz-Kosten ____________
Werbung ____________
Büromaterial ____________
Fachliteratur ____________
Portokosten ____________
Versicherungen (betriebliche) ____________
Schuldzinsen ____________
Leasinggebühren ____________
Abschreibungen (lt. Verzeichnis) ____________
Geringwertige Wirtschaftsgüter (lt. Verzeichnis) ____________
Sonstige ____________
Summe ____________
Gewinn/Verlust
Betriebseinnahmen ____________
Betriebsausgaben ____________
Differenz ____________



Umsatzsteuer
Der Umsatzsteuer unterliegen nach § 1 UstG:

  • Lieferungen und Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausgeführt hat.
  • Der Eigenverbrauch: Er liegt vor, wenn ein Unternehmer im Inland Gegenstände aus seinem Unternehmen für private Zwecke nutzt.
  • Einfuhr aus Drittländern in das Inland und innergemeinschaftlicher Erwerb (Einfuhrumsatzsteuer).

Steuerpflichtig sind alle Unternehmer, die selbstständig eine nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen ausüben. Bemessungsgrundlage ist das Entgelt für Lieferungen und Leistungen. Der Steuersatz beträgt 19 Prozent. Einige Leistungen sind steuerfrei oder unterliegen einem geringeren Steuersatz von 7 Prozent. Sie sind in Anlage 1 UStG aufgeführt.

Besteuerung der Kleinunternehmer
Die Umsatzsteuerveranlagung entfällt bei Kleinunternehmern, deren Jahresumsatz im Vorjahr 17.500 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Jahr voraussichtlich 50.000 Euro nicht übersteigen wird.

Die Rechnungen von Kleinunternehmern dürfen die Umsatzsteuer nicht gesondert ausweisen. Zum Vorsteuerabzug sind sie ebenfalls nicht berechtigt. Der Kleinunternehmer kann jedoch dem Finanzamt bis zur Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung erklären, dass er auf die Steuerbefreiung verzichtet. Er kann dann die Umsatzsteuer in seiner Rechnung gesondert ausweisen und vom Vorsteuerabzug Gebrauch machen. An diese Erklärung ist der Unternehmer jedoch fünf Jahre gebunden.

Mehrwertsteuerberechnung
Bei der Umsatzsteuer werden Umsätze aus Warenleistungen und Dienstleistungen besteuert. Es wird nur die Wertschöpfung besteuert, das heißt der Aufschlag auf den Einkaufwert jeder Handelsstufe. Der Unternehmer darf die vom Lieferanten in Rechnung gestellte Vorsteuer vom Umsatzsteuerbetrag abziehen.

Umsatzsteuer – Vorsteuer = Zahllast

Beispiel einer Mehrwertsteuerberechnung (in Euro)
Ein Großhändler kauft von einer Herstellerfirma einen Artikel für 500 Euro zuzüglich Umsatzsteuer. Er verkauft diesen Artikel an den Einzelhändler zum Verkaufspreis von 750 Euro zuzüglich Umsatzsteuer.

Netto-Einkaufspreis des Großhändlers                 500,00
+ 19 % Umsatzsteuer                                                   95,00
                                                                           --------------------
Brutto-Einkaufspreis des Großhändlers              595,00
Aufschlag auf den Netto-Einkaufspreis                  250,00
                                                                           --------------------
Netto-Verkaufspreis an den Einzelhändler         750,00
+ 19 % Umsatzsteuer                                                142,50
                                                                           --------------------
Brutto-Verkaufspreis an den Einzelhändler       892,50


Vorsteuerabzug:
Umsatzsteuer aus Lieferungen an den Einzelhändler               142,50
- Vorsteuerabzug (Umsatzsteuer an Hersteller)                             95,00
                                                                                                       ----------------
Zu zahlende Mehrwertsteuer an das Finanzamt (Zahllast)          47,50

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