Erfolgreich selbstständig

Erfolgreiche Unternehmensnachfolge "Tradition bewahren, Neues umsetzen"

von Detlef Kutta, GF franchise-net GmbH

Vom Bäcker zum Bäckerei-Manager
Jürgen Lomme hat’s geschafft: Er hat – als ehemals jüngster Bäckermeister Deutschlands – nicht nur den elterlichen Handwerks-Betrieb übernommen und daraus ein florierendes Unternehmen entwickelt. Er hat es auch geschafft, dass die ganze Familie engagiert und tatkräftig mitarbeitet. Familienbetrieb und Familienfrieden gedeihen prächtig unter seiner Führung. Beides ist nicht selbstverständlich. Unternehmensnachfolgen innerhalb der eigenen Familie scheitern nicht selten; schuld daran sind oft Generationenkonflikte, Nicht-Loslassen-Können des „Seniorchefs“, aber auch fehlende Kompetenz oder mangelndes Interesse beim Nachwuchs.

Ganz anders bei der Familie Lomme aus Krefeld: Sohn Jürgen, Jahrgang 1959, wuchs mit dem 1953 gegründeten Bäckereibetrieb der Eltern Hans und Gertrud Lomme auf. Sein Berufsziel stand schon früh fest: Bäcker. Mit gerade einmal 15 Jahren begann er seine Lehre, die er 1976 mit dem Gesellenbrief abschloss. Ein paar Jahre später bestand er die Meisterprüfung und wurde am 26. Januar 1981 zum jüngsten Bäckereimeister Deutschlands gekürt.

Zu diesem Zeitpunkt betrieb der Vater die Bäckerei mit nur einem Mitarbeiter. Ein Jahr später: Jürgen heiratete seine jetzige Frau Birgit und übernahm den Betrieb. Vater Hans übergab schweren Herzens die Führung aus der Hand – unter der Bedingung, weiter aktiv mitzuarbeiten. „Da gab’s natürlich die üblichen Generationsprobleme“, erzählt Jürgen Lomme. „Das hab ich schon immer so gemacht“, war wohl der Satz, den er in der Anfangszeit am häufigsten von seinem Vater zu hören bekam. Doch die Geduld war auf beiden Seiten stärker als das Misstrauen, und so betrieben Vater und Sohn in gutem Einvernehmen vier Jahre lang das Familienunternehmen gemeinsam. Bis dahin war der Betrieb der Lommes eine reine Bäckerei.

Jürgen Lomme erkennt die Zeichen der Zeit früh
1985 ändert sich das. Mit dem plötzlichen Tod des Vaters ist der Sohn vollund alleinverantwortlich für das Wohl des Unternehmens. Jürgen Lomme ist auf sich allein gestellt und trifft eine Entscheidung: Um auch in ferner Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben, muss er investieren und neu gestalten. Er erkennt die Zeichen der Zeit früh: Full-Service wird fortan immer stärker
in den Mittelpunkt rücken.

1987 wird der erste mobile Verkaufswagen eingesetzt. Die Backwaren kann das Unternehmen fortan nicht nur an die Laufkundschaft, sondern auch an Schulen, Büros, Krankenhäuser und ähnliche Einrichtungen verkaufen. Neben den klassischen Bäckereiprodukten bietet Lomme als einer der ersten ein abwechslungsreiches Frühstückssortiment an. Mit heute mittlerweile fünf Verkaufswagen hat der Unternehmer diesen Geschäftszweig deutlich ausgebaut.

Doch Lomme will noch mehr. 1995 baut er die Bäckerei komplett um. Ein Anbau vergrößert nicht nur die Möglichkeiten der Backstube, sondern beschert dem Familienbetrieb auch einen größeren Verkaufsraum. Dieser dient heute neben dem Waren- und Frühstücksangebot auch dem Verzehr von Mittagessen, Kaffee und Kuchen. Fehlt nur noch der Geschäftszweig „Catering“, der ein paar Jahre später hinzukommt und ebenso erfolgreich anläuft wie alle anderen Projekte des Bäckermeisters: Gewerbliche und private Kunden nutzen gleichermaßen gerne sein vielseitiges Angebot.

2007 läuft der Laden so gut, dass ein Wintergarten mit einer angrenzenden Außenterrasse als Sitzcafé angebaut wird. Auch dieses wird von der Kundschaft begeistert angenommen und ist sommers wie winters hoch frequentiert. Noch im selben Jahr schickt Lomme erstmalig seinen „Snack-Truck“ ins Rennen: Der mobile Grillwagen ist auf Märkten, Messen und anderen Veranstaltungen unterwegs.
(http://www.cafe-lomme.de/snacktruck/snacktruck.html)

Vom Bäckermeister zum Bäckerei-Manager
„Ich war immer bestrebt, den Betrieb auf den neuesten technischen Stand zu bringen“, sagt Lomme. „Das hat mich von meinem Vater sicherlich unterschieden.“ Jürgen Lomme ist ganz Kind seiner Zeit. Sehr früh hat er PCs und Branchensoftware im Büro eingeführt, welches von seiner Frau Birgit komplett geleitet wird. Birgit Lomme ist auch für das Personal verantwortlich. Heute arbeiten 40 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen fest angestellt bei dem Ehepaar, darunter auch Auszubildende.

Heute besteht der Kundenkreis der Bäckerei nicht nur aus Privatkunden, sondern auch aus Krefelder Geschäftskunden. Man beliefert Krankenhäuser, Altenheime, Wiederverkäufer wie Trinkhallen oder Tankstellen.

Jürgen Lomme managt mit seiner Frau Birgit den gesamten Betrieb allein und ist dabei äußerst rege geblieben. Obwohl er sich manchmal wünscht, einen Teil seiner Verantwortung an Mitarbeiter delegieren zu können, will er keine selbstständigen Subunternehmer als Verkaufsfahrer. Er will bei seinen Festangestellten bleiben, in diesem Punkt ist er der Familien-Tradition treugeblieben. Ebenfalls übernommen hat er das Kredo von Vater Hans: Immer persönlichen Kontakt zum Kunden halten.

„Absolute Kundenorientierung war und ist immer unser Ziel“, sagt der heute 49-jährige. „Damit heben wir uns deutlich von Billig- und Selbstbedienungsbäckereien ab – und das soll auch so bleiben“, betont er. Die lokalen Altenund Pflegeheime gehören nicht nur zu seinen besten Kunden – Lomme fühlt sich ihnen auch persönlich verbunden und unterstützt die Institutionen bei Veranstaltungen und Sommerfesten aktiv.

Familie ist dem Familienunternehmer das Wichtigste. Und so sieht es ganz danach aus, dass in Zukunft eine weitere Unternehmens-Nachfolge in der Familienchronik der Lommes anstehen wird. Nach erfolgreichem Abschluss seines BWL-Studium in ein paar Jahren wird der heute 21 Jahre alte Daniel Lomme den Betrieb führen. Und auch die 16jährige Tochter Celina, Gymnasiastin, hilft bereits regelmäßig in der Backstube mit. Wie der Vater, so der Sohn (und die Tochter): Die Krefelder dürfen sich schon jetzt auf die Kreationen der Bäcker-Kinder freuen.

Bäckerei – Cafe Lomme
Glockenspitz 280
47809 Krefeld
www.cafe-lomme.de

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