Franchise und Gründungs Know-how

Was Sie über Franchise-Gebühren und Investititionen wissen müssen

Was Sie über Franchise-Gebühren und Investititionen wissen müssen

Jede Leistung hat ihren Preis. Das gilt auch für die Unterstützung, die der Franchise-Nehmer von seinem System erhält. Doch welche Beiträge verlangen die Franchise-Geber dafür? Eine Studie des Deutschen Franchise-Verbandes sorgt für Transparenz.

Franchise-Partnerschaften beruhen auf Leistung und Gegenleistung. Per vertraglicher Vereinbarung gestattet der Franchise-Geber dem -Nehmer, eine Franchise "zum Zwecke der Vermarktung bestimmter Waren und Dienstleistungen zu nutzen" ­ so lautet die offizielle Definition. Dafür erhält der Franchise-Geber eine unmittelbare oder mittelbare finanzielle Vergütung. Doch in welcher Höhe und wofür im Detail? Der Deutsche Franchise-Verband e.V. hat mit einer repräsentativen Untersuchung ermittelt, welche Gebühren und Investitionen im Franchising üblich sind.

Vor oder unmittelbar nach dem Vertragsabschluß erbrachte oder noch zu erbringende Leistungen werden meist in Form einer Einmalgebühr, dauerhafte Leistungen durch laufende Gebühren abgegolten. In besonders gelagerten Fällen verzichtet der Franchise-Geber ­in der Praxis allerdings nur selten auf die Erhebung einer Franchise-Gebühr und verlangt statt dessen eine indirekte Gebühr durch Berücksichtigung bei Produktkalkulationen. Werden beim Abschluß eines Franchise-Vertrages die Zahlung von Einmal- oder Eintrittsgebühren vereinbart, können damit folgende Leistungsinhalte verbunden sein:

  • Know-how-Übertragung/-Überlassung
  • Wettbewerbsvorteil durch Teilnahme am System des Franchise-Gebers
  • erbrachte Dienstleistungen des Franchise-Gebers für die Ausstattung
  • Beteiligung des Franchise-Nehmers an den häufig hohen Kosten für Planung und Aufbau des Systems
  • Gebietsschutz
  • Aufbau und Erhalt einer Corporate Identity
  • Erstellung von Handbüchern
  • Bereitstellung von Einrichtungsgegenständen

Laufende Franchise-Gebühren werden periodisch erhoben, in der Regel erfolgt die Zahlung monatlich. Mit ihr wird der Aufwand des Franchise-Gebers für die Aufrechterhaltung des Betreuungsapparates, die Fortentwicklung und weitere Überlassung des Know-how sowie fortlaufende Dienstleistungen honoriert. Die laufende Gebühr umfaßt etwa folgende Leistungsinhalte:

  • laufende Beratung und Systemleistung
  • Schulung
  • Erfolgsrechnungen und Betriebsvergleiche
  • PR
  • Marktanalysen
  • einheitliche Werbeaktionen
  • Weiterentwicklung des Know-how
  • Fortschreibung der Handbücher

"Die Angemessenheit der zu entrichtenden Franchise-Gebühren sollten Sie nicht allein nach deren Höhe beurteilen", empfiehlt Hans Lang, Geschäftsführer des Deutschen Franchise-Verbandes e.V., den angehenden Franchise-Nehmern. "Entscheidend sind die Leistungen, die Sie dafür vom Franchise-Geber erhalten. So werden durch die jeweilige Eintrittsgebühr meist auch Standortberatung, Einrichtungsplanung, Rentabilitätsberechnungen, Grundschulungen oder Eröffnungswerbung abgedeckt. Laufende Gebühren bezahlen Sie in der Regel für das vielfältige Marketing und betriebswirtschaftliche Dienste in der Systemzentrale."

Für einige Franchise-Geber gilt noch eine Besonderheit: Zusätzlich zur laufenden Gebühr verlangen Sie eine Werbegebühr. Welche Werbemaßnahmen mit ihr finanziert werden, legen viele Franchise-Geber unter Mitwirkung der Partner fest.

Einstiegsgebühren
Die Höhe der Einstiegsgebühren bewegt sich bei mehr als der Hälfte der befragten Franchise-Geber zwischen etwa 5.000 und 15.000 Euro. Rund 19 Prozent der Systeme verlangen einen höheren Betrag, im Einzelfall bis zu 75.000 Euro. Immerhin 14 Prozent verzichten ganz auf eine Einstiegsgebühr. Einige erheben jedoch statt dessen indirekte Gebühren, etwa in Form von Preisaufschlägen bei Warenlieferungen.

Laufende Franchise-Gebühren
Laufende Gebühren erheben die Franchise-Geber in unterschiedlicher Form: entweder als festgelegten monatlichen Betrag oder als prozentuale Beteiligung am Netto- oder Bruttoumsatz. bei den Fix-Zahlungen dominieren Beträge zwischen etwa 50 und 500 Euro. Bei den Umsatzbeteiligungen liegen die meisten Forderungen bei 4 bis 5 und bei 2 bis 3 Prozent vom Nettoumsatz. 37 der befragten Franchise-Geber verzichten ganz auf laufende Gebühren. Einige Franchise-Geber erheben zusätzlich eine monatliche Werbegebühr, die sich am Umsatz bemißt oder festgelegt ist. Der Betrag dient der Finanzierung überregionaler Anzeigen und anderer Werbemaßnahmen.

Investitionssumme (Mehrfachnennungen eingeschlossen)
Für die Höhe der Investitionssumme, die Franchise-Nehmer beim Einstieg in ein System aufbringen müssen, läßt sich naturgemäß keine klare Abgrenzung treffen. Innerhalb eines Franchise-Verbundes können die erforderlichen Beträge ­ abhängig von den individuellen Startbedingungen des neuen Partners schwanken. Nach den Ergebnissen der DFV-Untersuchung liegt bei der überwiegenden Zahl der Unternehmen der Investitionsbedarf bei maximal 150.000 Euro. Deutlich höhere Budgets sind bei nur relativ wenigen Franchise-Systemen erforderlich. In den nebenstehenden Angaben sind die Einstiegsgebühren bereits enthalten.

Eigenkapital
Zur Höhe des notwendigen Eigenkapitals der Franchise-Nehmer trifft die DFV-Studie eine klare Feststellung: Bis zu 25.000 Euro erwartet das Gros der befragten Franchise-Geber. Ein Teil verlangt sogar den Nachweis von bis zu 50.000 Euro.

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