Franchise und Gründungs Know-how

Autoglaserei

Autoglasereien – Spezialisten mit Durchblick
Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind. Auf deutschen Straßen fahren heute über 46 Millionen Pkws. Jedes Jahr kommen rund drei Millionen Pkws hinzu. Damit ist Deutschland Spitzenreiter in Europa. Gleichzeitig bietet sich in Deutschland der größte Markt für die Reparatur und den Austausch von Autoglasscheiben. In 2005 wurden rund 2,54 Millionen Scheiben an Pkw und Kombi ersetzt. Das entspricht laut Autoglasreport, eine Studie der Wolk & Partner Car Consult GmbH, einem Gesamtmarktvolumenvon rund 526 Millionen Euro. Kurze Reparaturzeiten verbunden mit einer hohen Verfügbarkeit an Autoglasscheiben und eine starkes, endkundenorientiertes Serviceprofil reichen dabei zukünftig alleine nicht mehr aus, um Marktanteile auszubauen. Immer wichtiger wird die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Leasing- und Versicherungsgesellschaften.

Von den rund 20.000 Stationen, die nach Angaben des Autoglasreports heute Autoglas aktiv einbauen und/oder reparieren, sind 50 Prozent Vertragswerkstätten und 45 Prozent freie Kfz-Werkstätten sowie Karosserie- und Lackierbetriebe. Lediglich 4,5 Prozent (900 Autoglasereien) sind echte Autoglas-Spezialisten. Diese haben es in den letzten 20 Jahren geschafft, sich zunehmend gegen die herstellergebundenen Vertragswerkstätten und die Marken ungebundenen, freien Autoglasereien durchzusetzen. Dank ihrer Markt- und Markenbedeutung konnten sich die herstellergebundenen Vertragswerkstätten in der Vergangenheit immer auf einen kontinuierlichen Kundenstrom verlassen. Diesen arbeiteten sie jedoch häufig nicht selbst ab, sondern beauftragten kleine Autoglasfachbetriebe als Subunternehmer mit der eigentlichen Reparatur. Die Subunternehmer selbst bauen damit auf die Zugkraft der Herstellermarken und sparen sich einen großen Teil der Marketing- und Werbeaufwendungen.

Der Preis für diesen Marktauftritt ist für viele hoch. Sie sind im Endkundengeschäft ungeübt und so von meist wenigen Kunden, den Kfz-Händlern und Vertragswerkstätten abhängig. Zudem müssen sie einen nicht unerheblichen Teil ihrer Gewinnmarge an den Auftraggeber abgeben. Laut Autoglasreport ist die Auftragsvergabe der Vertragswerkstätten an die Autoglasereien in den letzten Jahren massiv zurückgegangen.

Mit kurzen Reparaturzeiten beim Verbraucher punkten
Mit einem klaren Profil, einem – für Autoglasereien bis dahin unüblichen – sympathischen und die Marke fokussierenden Auftritt sowie weit reichenden Kundenservices gewannen die Autoglaserei-Spezialisten sukzessive an Marktbedeutung. Kundenorientierte und gut geschulte Mitarbeiter, ein umfangreiches Sortiment an Zubehör sowie ein optisch ansprechender Betrieb in verkehrsgünstiger Lage sind dabei zu Grundvoraussetzungen für die erfolgreiche Betriebsführung geworden.

Heute entfallen etwa 50 Prozent der über 2,5 Millionen Glasscheiben, die jährlich an Fahrzeugen ersetzt werden, auf diese Autoglaserei-Ketten. Nicht zuletzt wegen ihrer hohen Spezialisierung punkten sie beim Verbraucher mit einer hohen Verfügbarkeit an Autoglasscheiben sowie kurzen Reparatur- und Austauschzeiten. Innerhalb von wenigen Stunden machen sie das Kfz für den Kunden wieder flott, übernehmen meist für ihre Kunden die Abwicklung mit den Versicherungen und überzeugen durch kompetente Beratung und Zusatzleistungen. Regionale und überregionale Marketingaktivitäten sorgen für eine steigende Bekanntheit der Marke bei End- und Firmenkunden sowie Leasing- und Versicherungsgesellschaften.

Zugang zu Rahmenabkommen ist entscheidend
Für eine aussichtsreiche Zukunft gewinnt die Zusammenarbeit mit Leasing- und Versicherungsgesellschaften zunehmend an Bedeutung. Das machen vor allem zwei Aspekte deutlich: Erstens sind bereits heute rund die Hälfte aller Kfz im öffentlichen Straßenverkehr geleast. Zweitens setzen immer mehr Versicherungen zur Kostenreduzierung auf Schadenslenkung. In beiden Fällen kann der Fahrer im Schadensfall meist nicht selbst über die Wahl einer Werkstatt für die Autoglasreparatur entscheiden. Die Leasing- und Versicherungsgesellschaften geben ihren Fuhrparkbesitzern und Endkunden verbindliche Vorgaben für die in Frage kommenden Autoglasereien, mit denen sie häufig verbindliche Preise vereinbart haben. Wer hier nicht auf der Liste steht, wird es in dem hart umkämpften Markt zukünftig schwer haben. Will man als Autoglaserei mit von der Partie sein, ist auf der einen Seite eine Dezentralität der Betriebsstruktur von Vorteil; man sollte also über ein möglichst flächendeckendes Netz an gut funktionierenden Betrieben verfügen. Auf der anderen Seite ist eine Zentralität in der Organisationsstruktur empfehlenswert, wie zum Beispiel ein papierloses, digitales Abrechnungssystem mit den Leasing- und Versicherungsgesellschaften, das diesen selbst eine möglichst hohe Effizienz in der Abwicklung ermöglicht.

Der im Familienunternehmen geführte Autoglasfachbetrieb wird es – trotz seiner hohen Fachkompetenz und seines handwerklich gut geführten Betriebs – allein schon aufgrund seiner mäßigen Einkaufskonditionen und den fehlenden Rahmenabkommen im Zeitalter der Schadenslenkung durch die großen Organisationen schwer haben, die notwendigen Aufträge zu erhalten.

Freundlichkeit im Kundenservice und Kompetenz in der Beratung
Und der Endverbraucher? Er wird sich zukünftig eher immer weniger Gedanken um das Reparieren oder Erneuern seiner Fahrzeugscheiben machen. Die gut organisierten Autoglas-Spezialisten mit einer immer besseren Organisation und Abwicklung in nur wenigen Stunden machen es dem Autofahrer leicht – bezahlen muss er in der Regel sowieso nichts für die Reparatur von Steinschlägen & Co. Durch die direkte Schadensabrechnung der Leasing- und Versicherungsgesellschaften mit den Autoglasereien entsteht für ihn obendrein eine sehr komfortable Situation. Freundlichkeit im Kundenservice und Kompetenz in der Beratung sind dann nur noch das unabdingbare i-Tüpfelchen für eine unkomplizierte Schadensbehebung am Kraftfahrzeug.

Quelle: Gründung & Franchising 2007/2008; Erfolgreich Selbstständig; BusinessVillage Verlag; ISBN-13:978-3-938358-65-8
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