Franchise und Gründungs Know-how

Einzelhandel mit Wein und Spirituosen

Der Handel mit edlen Flüssigkeiten direkt aus dem Fass
Gute Ideen setzen sich durch. Egal, ob man heute auf dem großen Markt der Dienstleistungen oder Handelskonzepte ein Unternehmen gründet oder vor zwanzig Jahren. Eine dieser guten Ideen, die sich mittlerweile auch international sehen lassen können, ist der Handel mit offenem Wein, Olivenöl, Essigen oder anderen Spirituosen in wieder verschließbaren Gefäßen.

Bei den Franchise-Partnern von spezialisierten Unternehmen kauft der Kunde nicht die „Katze im Sack“, sondern kann das Produkt testen, bevor es in stilvolle oder selbst mitgebrachte Gefäße gefüllt wird.

Dieses Nischenprodukt bietet dem Kunde etwas Besonderes: Ein individuelles Produkt von hoher Qualität, das auch ästhetisch etwas zu bieten hat. Produkt und Gefäß kann der Kunde in einem der Geschäfte in Deutschland und anderen Ländern getrennt wählen. Wenn er möchte, kann er auch ein eigenes Gefäß von zuhause mitbringen und so seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Ob Himbeeressig, Gebirgsenzian, Sherry oder Apfelsaft vom Bodensee – die Auswahl der Essenzen, die direkt aus dem Fass ins ausgesuchte Behältnis kommen, ist riesig. Auch auf hohe Qualität wird Wert gelegt; die Produkte stammen aus renommierten Anbaugebieten der Welt. Die Kontakte zu den Lieferanten beruhen zum großen Teil auf persönlichen und gewachsenen Handelsbeziehungen. Die Franchise-Partner, die die Ware schließlich in ihren Geschäften verkaufen, besetzen eine Nische im Einzelhandel, die von den Verbrauchern begeistert frequentiert wird. Zielgruppe sind eben nicht nur Gut- und Besserverdienende, sondern alle Verbraucher, die Wert auf Qualität legen und Sinn für Schönes haben. Die Produkte werden für den Eigengebrauch, aber auch gern als Geschenkidee gekauft.

Die Geschichte
Gefäße wie Glasballons oder Tonkrüge, die der Kunde nach dem Transport wieder ffnen kann, erinnern teilweise an antike Behälter und Amphoren. Tatsächlich, auch die Römer haben schon Gefäße hergestellt haben, um Handel mit Öl, Wein, verschiedenen Saucen und anderen Delikatessen zu betreiben. Im modernen Zeitalter der Industrieprodukte hat der Handel mit frischgezapfter Ware in wiederverschließbaren Gefäßen natürlich seinen eigenen Charakter: Er steht für Qualität, Charme und Stil. Und für die Wiederverwertbarkeit der Behälter. Dabei rührt die Geschäftsidee, auf der beispielsweise das Unternehmen VOM FASS basiert, schlichtweg auf einem Missverständnis: Firmenchef Johannes Kiderlen, der damals bereits eine Getränkemarktkette betrieb, hatte bei einem Lieferanten Sherry bestellt. Anstatt von zwei Paletten kam ein ganzer Lastwagen voll. „Da haben wir den Sherry aus den Flaschen in Fässer gefüllt und direkt im Geschäft in der gewünschten Menge abgezapft – der Verkauf lief wie verrückt“, sagt Kiderlen heute. „Die Leute bevorzugen Produkte, die sie probieren können“, erklärt er den Erfolg der Aktion. So wurde er nicht nur seinen Sherry los, sondern kreierte auch eine neue Geschäftsidee.

Der Markt
Bundesweit bieten vor allem zwei große Anbieter ihren Kunden diese ausgefallene Shopping- und Geschmackserlebnis. Innerhalb des Marktes gehören natürlich auch Weinhändler und Fachgeschäfte für Öl, Essig, Saucen, etc. zum erweiterten Kreis der Mitbewerber.

Ein Großteil der angebotenen Produkte im beschriebenen Nischensegment sind Weine, Essige und hochwertige Öle. Die Nachfrage nach Olivenöl im Einzelhandel ist besonders groß, auch wenn immer mehr Anbieter auf den Markt strömen. Je größer die Konkurrenz, desto besser die Qualität, stellte die Fachzeitung Salz&Pfeffer fest: „Für gute Olivenöle wird es immer einen Markt geben.“ Und wenn das hochwertige Produkt zusätzlich in einer stilvollen und umweltfreundlichen Verpackung steckt, dürfte sich das auf den Kaufanreiz auswirken.

Der Konsum von Wein nimmt hierzulande ebenfalls zu. Bis 2008 soll laut einer von der Vinexpo in Auftrag gegebenen Studie der Umsatz in Deutschland insgesamt um 28,25 Prozent steigen. Dies hängt auch damit zusammen, dass in der Preis-Kategorie zwischen 3,50 und 7,50 Euro eine Wachstumsrate von 22,8 Prozent prognostiziert wird. Der Umsatz mit Wein und Spirituosen ist darüber hinaus auch weltweit gewachsen. 2004 wurden laut Studie mehr als 30 Milliarden 0,75-l-Flaschen Wein weltweit getrunken. Die Prognose bis 2008 deutet auf eine Zunahme des Verbrauchs von bis zu 31,66 Milliarden Flaschen hin. In den letzten zehn Jahren ist der Weinverbrauch gerechnet am Umsatz um 23,5 Prozent gestiegen. 2008 wird mit einem Anstieg auf 25 Prozent gerechnet.

Gute Chancen also auch für das internationale Wachstum dieser Geschäftsidee. Mittlerweile gibt es Geschäfte, die Wein, Öl und andere Flüssigkeiten in individueller Verpackung anbieten, auch in Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Frankreich, Ungarn und Lettland, ja sogar in Japan und Neuseeland. Bevorzugte Standorte sind gute Einkaufsgegenden in mittleren und großen Städten sowie natürlich in den Metropolen. So bietet beispielsweise auch das Luxuskaufhaus Harrod’s in London eine Extra-Abteilung für edle Flüssigkeiten direkt aus dem Fass.

Die Franchise-Partnerschaft
Die Franchise-Partner, die diese exklusive Geschäfts-Idee umsetzen, werden tatkräftig unterstützt. Die Franchise-Geber beraten in kaufmännischen wie fachlichen Fragen. Beim Wareneinkauf und der Sortimentszusammenstellung können sich die Partner auf Produktkenntnis des Franchisegebers und die vorhandenen Geschäftsbeziehungen zu Lieferanten und Produzenten verlassen. Hinzu kommen Qualitätssicherung, Markenschutz, ein funktionierendes Netzwerk und eine überregionale Marketingstrategie. Derzeit ist die Nachfrage nach geeigneten Franchise-Partnern teilweise größer als das Angebot, so dass sich an vielen Standorten in Deutschland noch gute Chancen ergeben.

Quelle: Gründung & Franchising 2007/2008; Erfolgreich Selbstständig; BusinessVillage Verlag; ISBN-13:978-3-938358-65-8
Anzeigen
Systemempfehlung
Systemempfehlung
Systemempfehlung
Systemempfehlung
Systemempfehlung
Systemempfehlung
Systemempfehlung
Systemempfehlung