Erfolgreich selbstständig

Franchisepraxis

Franchisegebühren
Franchisenehmer müssen zwei Arten von Gebühren entrichten. Die einmalige Eintrittsgebühr dient zur Deckung der Vorleistungskosten des Franchisegebers. Die sogenannten laufenden Gebühren werden häufig nach vereinbartem Prozentsatz von dem Nettoumsatz des Franchisenehmers abgezogen. Sie tilgen die kontinuierlichen Kosten des Franchisegebers für die Bereitstellung von Know-how, Training, Markenschutz, Werbemitteln, Unternehmensberatung und Weiterentwicklung des Systems. Wichtig: Neben der laufenden Gebühr werden von einigen Franchisegebern auch Werbeumlagen berechnet. In diesem Fall haben Sie jederzeit das Recht, den korrekten Verwendungszweck der Gelder nachzuprüfen.

Investitionssumme
Ihre Gesamtinvestitionssumme berechnet sich aus der Eintrittsgebühr des Franchisesystems sowie den Kosten für den Aufbau Ihres Betriebes, wie zum Beispiel Ladenbau, Geschäftsausstattung, Warengrundstock, behördliche Gebühren.

Sind Sie als Franchisenehmer geeignet?
An selbstständige Unternehmer wird – auch innerhalb eines Franchisesystems – eine Reihe von Anforderungen gestellt. Prüfen Sie ganz ehrlich, ob Sie sich dieser Aufgabe gewachsen fühlen.

  • Möchten Sie sich im Wesentlichen auf Verkauf, Kundenbetreuung, Erschließung des regionalen Marktes und die Führung Ihrer Mitarbeiter konzentrieren?
  • Können Sie Menschen motivieren und führen?
  • Verfügen Sie über ausreichend kaufmännische und/oder fachliche Qualifikationen für die Selbstständigkeit und sind Sie bereit, ständig dazuzulernen und sich in der Freizeit weiterzubilden?
  • Können Sie auf die volle Unterstützung Ihrer Familie bauen?
  • Können Sie gut im Team arbeiten, und sind Sie bereit, dort Ihre Ideen einzubringen?
  • Sind Sie bereit, Entscheidungen, die Ihnen vielleicht nicht gefallen, zu akzeptieren?
  • Sind Sie bereit, mehr als 40 Stunden in der Woche zu arbeiten?
  • Reichen Ihre finanziellen Reserven, um bei Bedarf die ersten Monate zu überbrücken?
  • Können Sie sich in ein vorgegebenes Franchisekonzept integrieren?
  • Verfügen Sie über ausreichend Selbstvertrauen, um eventuelle Rückschläge wegzustecken?

Die wichtigsten Fragen, die mit dem zukünftigen Franchisegeber geklärt werden sollten:

Welche Vorteile/Stärken hat das System im Markt, im Verkauf und Einkauf?

  • Wie liegen die Produkte/Dienstleistungen im Markt?
  • Haben die Produkte/Dienstleistungen Konkurrenzvorsprung/Alleinstellung?
  • Sind sie geschützt?
  • Gibt es rechtliche Verbote/Hindernisse?
  • Gibt es eine Bezugspflicht? Zu 100 Prozent?
  • Welche Preisvorschriften gibt es?

Stimmt das Zahlenwerk?

  • Was werde ich verdienen?
  • Wie kann der Erfolgsnachweis erbracht werden?
  • Sind alle Kosten enthalten, auch die kalkulatorischen Kosten?
  • Wie lange ist die Anlaufzeit/Durststrecke?
  • Was ist in Eintritts- und laufenden Gebühren enthalten?
  • Was ist extra zu zahlen?
  • Ist in der Investitionsaufstellung Reservekapital enthalten?
  • Werden die Zahlen des Pilotbetriebes offengelegt?
  • Werden Marktdaten zur Verfügung gestellt?
  • Welchen Leistungsbeitrag stellt der Franchisegeber selbst nachweislich für Werbung zur Verfügung?

Situation des Franchisegebers

  • Wie lange ist er im Geschäft/am Markt?
  • Wie gut ist das Management? Wie viel Erfahrung ist vorhanden?
  • Kapital und persönliche Verhältnisse? Firmenimage?
  • Gründe für das Franchiseangebot?
  • Wie viele Franchisenehmer hat das System?
  • Wie lange sind die Franchisenehmer bereits tätig?
  • Ist der Franchisegeber Mitglied im Deutschen Franchiseverband?
  • Hat der Franchisegeber den DFV-System-Check absolviert?
  • Gibt es einen Pilotbetrieb?
  • Legt der Franchisegeber seine Partnerliste offen und ermöglicht es Ihnen den Kontakt zu seinen Franchisenehmern?
  • Führt der Franchisegeber F-N-Zufriedenheitsanalysen durch und ermöglicht er Ihnen Einblick in die Ergebnisse?
  • Worin bestehen die (Wettbewerbs-)Vorteile des Konzepts, werden sie nachgewiesen?

Ist das Franchisepaket „hieb- und stichfest“?

  • Passen die Idee, das Produkt, die Dienstleistungen, der Franchisegeber und das System zu Ihnen?
  • Ist Erfahrung erforderlich?
  • Zu welchen Schulungen verpflichtet Sie der Franchisegeber vor und nach Beginn Ihrer Selbstständigkeit?
  • Steht der Franchisegeber mit Rat und Tat zur Seite?
  • Unterstützt der Franchisegeber Sie durch komplette Betriebsvorbereitung/schlüsselfertige Übergabe?
  • Welche laufenden Serviceleistungen werden geboten?
  • Ist die Werbung und Verkaufsförderung effizient?
  • Ist im Vertrag verbrieft, was versprochen wird?
  • Weist der Franchisegeber die Eintragung von gewerblichen Schutzrechten (Marke, Warenzeichen, Dienstleistungsmarke, Wort-/Bildzeichen etc.) nach?
  • Existiert ein umfangreiches Handbuch zur Betriebsführung?
  • Gibt es im System institutionalisierte Franchisenehmer-Gremien (Beiräte, Gruppen zum Erfahrungsaustausch, Ausschüsse etc.)?
  • Wie lang haben Sie vor Ihrer Unterschrift Zeit, den Franchisevertrag zu prüfen?
  • Legt Ihnen der Franchisegeber ein Schreiben der Kreditanstalt für Wiederaufbau (www.kfw.de) in Bonn vor, worin bestätigt wird, dass einer öffentlichen Förderung von Franchisenehmern dieses Systems im Grundsatz nichts entgegensteht?

Standort und Finanzierung

  • Ist der Franchisegeber Standortspezialist oder hat er Zugriff zu Experten?
  • Hilft er bei Lokalbeschaffung?
  • Gibt es ein Rücktrittsrecht?
  • Stimmt das Verhältnis zwischen Miete und Umsatz?
  • Erhalten Sie Finanzierungsmittel der öffentlichen Hand?
  • Welche laufenden Serviceleistungen werden geboten?
  • Hat der Franchisegeber ein Finanzierungsmodell?

Wichtige weitere Vertragspunkte

  • Ist die Franchise als Nebentätigkeit oder Hauptexistenz geplant?
  • Erhalten Sie Gebietsschutz?
  • Bekommen Sie weitere Franchiseoptionen?
  • Wie sind die Kündigungsgründe/-fristen?
  • Wie steht es um die Veräußerungsmöglichkeiten?
  • Ist eine Konkurrenzklausel enthalten? Wie lang ist die Vertragsdauer?
  • Gibt es Verlängerungsmöglichkeiten?
  • Wie sind eventuelle Streitigkeiten geregelt?

Die KfW Mittelstandsbank
In Zusammenarbeit mit den Banken und Sparkassen unterstützt die KfW Mittelstandsbank Existenzgründer und etablierte Unternehmen auf verschiedenen Wegen – mit klassischen Krediten, Nachrangdarlehen und Finanzierungsberatungen. Aufgrund der steigenden Bedeutung des Franchisings für den deutschen Arbeitsmarkt und die Existenzgründerszene kommen die Förderprogramme der KfW Mittelstandsbank immer häufiger bei der Finanzierung von Franchisegründern zum Einsatz. Da Franchisegründer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit oft Neuland betreten, sind zuverlässige Informationen für sie unverzichtbar. Deshalb finden Sie hier Antworten auf die häufigsten Fragen zum Thema Finanzierung.

Was bietet die KfW Mittelstandsbank im Zusammenhang mit Franchising an?
Die KfW Mittelstandbank bietet zusammen mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie auf der nexxt-Franchisebörse Gründern im Vorfeld ihrer Existenzgründung die Möglichkeit, sich über bereits eingetragene Franchisesysteme zu informieren. Ebenso können sich dort bereits bestehende Franchisesysteme unter bestimmten Voraussetzungen eintragen lassen.

Bei der Finanzierung unterstützt die KfW Mittelstandsbank Franchisenehmer mit klassischen zinsgünstigen Krediten, Nachrangdarlehen und Finanzierungsberatungen.

Was ist die „nexxt-Franchisebörse“?
Die nexxt-Franchisebörse ist ein Angebot der KfW Mittelstandsbank und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie für Franchisenehmer und -geber. Sie finden dieses Angebot unter www.nexxt-franchiseboerse. org/. Existenzgründer, die sich generell für Franchise interessieren, können mittels der Kriterien Branche, Franchisegebühr, Eintrittsgebühr und Volltextsuche nach den für sie geeigneten Franchisesystemen recherchieren. In der Franchisebörse präsentieren sich Franchisesysteme, deren Standardvertragsbedingungen grundsätzlich eine Förderung mit Förderdarlehen der KfW Mittelstandsbank zulassen.

Welche Punkte sind bei der Auswahl eines Franchisesystems wichtig?

Folgende Fragen helfen bei der Prüfung des Franchisesystems:

  • Kann der Franchisegeber bereits ein bis zwei Jahre Markterfahrung nachweisen?
  • Hat die Firma des Franchisegebers ausreichende Pilot-Erfahrung (also mehr als einen Betrieb)?
  • Wie viele Franchisenehmer gibt es bereits?
  • Gibt es vor Vertragsabschluss die Möglichkeit, andere Franchisenehmer und ihre Betriebe kennenzulernen?
  • Gibt es Franchisenehmer-Gremien (zum Beispiel Beiräte)?
  • Ist das Handbuch verständlich aufbereitet?
  • Besitzt der Franchisegeber ein spezielles Know-how beziehungsweise etwas Einmaliges?
  • Nimmt der Franchisegeber Einfluss auf die Preisgestaltung seiner Systempartner?
  • Ist bei einem vorgeschriebenen Mindestumsatz oder einer Mindestabnahmemenge der für den Franchisenehmer geplante Umsatz realistisch und rentabel?
  • Bietet der Franchisegeber individuelle Beratung, regelmäßige Schulungen und den Erfahrungsaustausch mit „Franchisekollegen“ an?
  • Ist im Franchisekonzept eine wirkungsvolle Betreuung – auch im Krisenfall – vorgesehen?
  • Gibt der Franchisegeber Unterstützung bei der Erstellung eines Liquiditätsplans und einer Erfolgsvorschau?
  • Ist der Franchisegeber Mitglied im Deutschen Franchiseverband (DFV)?

Wichtig ist die Prüfung des Franchisevertrags. Franchiseverträge sind häufig komplexe Vertragswerke. Hier müssen Sie genügend Zeit haben, den Franchisevertrag zu prüfen. Lassen Sie den Franchisevertrag – bevor Sie ihn unterschreiben – auch von einem Rechtsanwalt prüfen, der sich auf das Thema Franchising spezialisiert hat.

Welche Förderprogramme bietet die KfW Mittelstandsbank an?
Für Franchisegründer mit einem Fremdfinanzierungsbedarf von maximal 25.000 Euro bietet die KfW-Mittelstandsbank das Mikro-Darlehen an. Auch Franchisenehmer, die noch nicht länger als drei Jahre selbstständig tätig sind, können zur Festigung ihres Betriebes das Mikro-Darlehen in Anspruch nehmen.

Das Startgeld richtet sich an Franchisegründer, deren Investitions- und Betriebsmittelbedarf maximal 50.000 Euro beträgt.

Bei einem höheren Investitionsbedarf ist der Einsatz des Unternehmerkapital – ERP-Kapital für Gründung sinnvoll. Das ERP-Kapital für Gründung ist ein langfristiges Nachrangdarlehen. Die KfW tritt im Rang hinter die Forderungen aller übrigen Fremdkapitalgeber zurück, sodass die Darlehen eine eigenkapitalnahe Funktion haben. Da für dieses Darlehen keine Sicherheiten gestellt werden müssen, verbleiben Besicherungsmöglichkeiten für weitere Fremdkapitalaufnahmen, die so erleichtert werden. Voraussetzung für das ERP-Kapital für Gründung ist, dass der Existenzgründer sich mit Eigenmitteln von mindestens 15 Prozent an der Finanzierung der Investitionen beteiligt. Die KfW Mittelstandsbank stockt diese Eigenmittel auf bis zu 40 Prozent der Investitionen mit dem unbesicherten, langfristigen ERP-Kapital für Gründung auf.

Mit dem Unternehmerkredit können sowohl Franchisegründer als auch etablierte Franchiseunternehmen ihre Investitionen bis zu einem Darlehensbetrag von zehn Millionen Euro voll finanzieren. Der Unternehmerkredit ist banküblich zu besichern.

Darüber hinaus gibt es weitere Förderprogramme für junge und etablierte Unternehmen. Eine Übersicht über die einzelnen Förderprogramme der KfW Mittelstandsbank finden Sie unter:
http://www.kfw-mittelstandsbank.de/DE_Home/Kredite/Die_Foerderprogramme_im_Einzelnen/index.jsp.

Wie kann ich Förderdarlehen der KfW Mittelstandsbank beantragen?
Für alle Förderprogramme der KfW Mittelstandsbank gilt das sogenannte Hausbankprinzip. Das heißt: Den Antrag für die KfW-Förderdarlehen stellen Sie nicht direkt bei der KfW Mittelstandsbank, sondern bei Ihrer Bank oder Sparkasse (Hausbank). Hierbei ist wichtig, dass der Antrag gestellt wird, bevor mit dem Vorhaben begonnen wird. Gehen Sie also keine wesentliche Zahlungsverpflichtung (zum Beispiel durch die Unterzeichnung des Franchisevertrags) ein, bevor Sie den Antrag bei Ihrer Bank oder Sparkasse gestellt haben.

Da die Hausbank auch für die Förderdarlehen in der Regel zumindest teilweise das Risiko eines Kreditausfalls trägt, müssen Sie die Hausbank von den Erfolgsaussichten Ihres Vorhabens überzeugen.

Wie kann ich mich als Franchisegründer auf das Hausbankgespräch vorbereiten?

  • Vereinbaren Sie mit Ihrem Ansprechpartner für Existenzgründungsfinanzierungen und öffentliche Fördermittel bei Ihrer Hausbank rechtzeitig einen Gesprächstermin. Fragen Sie bei dieser Gelegenheit nach, welche Unterlagen schon vor dem Gespräch benötigt werden.
  • Behalten Sie das Ziel des Gesprächs vor Augen: Zunächst überzeugen Sie die Bank oder Sparkasse, Ihr Projekt zu finanzieren. Dann suchen Sie gemeinsam nach der für Sie günstigsten Lösung. Die lautet normalerweise: Förderdarlehen, gegebenenfalls ergänzt durch ein Darlehen der Hausbank. Sprechen Sie auch von sich aus das Thema Förderdarlehen an.
  • Überlegen Sie, welche Sicherheiten Sie der Bank oder Sparkasse für einen Kredit anbieten können. Sowohl Hausbankdarlehen wie auch die meisten Förderdarlehen sind banküblich zu besichern. Je werthaltiger die angebotenen Sicherheiten sind, desto eher wird Ihre Hausbank bereit sein, Ihr Vorhaben zu begleiten. Gegebenenfalls haben Sie auch die Möglichkeit, den Preis für Ihren Kredit (Zinssatz) durch die Stellung von werthaltigen Sicherheiten zu reduzieren.
  • Achtung: Wer Förderdarlehen nutzen möchte, muss unbedingt die Fristen einhalten. Die Anträge sind vor Vorhabensbeginn bei der Hausbank zu stellen. Ferner sind auch die Bearbeitungszeiten bei Ihrer Bank oder Sparkasse und auch bei der KfW zu berücksichtigen. Zwischen Antragstellung und Auszahlung des Geldes können bis zu vier Wochen und mehr vergehen.
  • Gegebenenfalls verstärken Sie Ihre Chancen, ein Kreditinstitut für Ihr Vorhaben zu gewinnen, wenn Sie bereits eine Stellungnahme/einen Beratungsbericht einer Kammer, eines Wirtschaftsprüfers, einer Berufsvertretung oder eines Unternehmensberaters vorlegen können. Klären Sie, ob Ihre Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer bereit ist, eine entsprechende fachliche Stellungnahme zur Einschätzung Ihrer Qualifikation und Ihres Gründungskonzeptes zu erteilen.
  • Für eine Bank ist das Geschäftskonzept (auch Businessplan genannt) das A und O. Tipps zur Gestaltung des Businessplans finden Sie auf der Homepage der KfW Mittelstandsbank unter http://www.kfw-mittelstandsbank.de/DE_Home/Gruenderzentrum/Planungsphase/index.jsp.

  • Lassen Sie den Businessplan gegebenenfalls von einem Berater der Kammer, einem Steuerberater, Unternehmensberater oder dem Franchisegeber optimieren, aber präsentieren Sie ihn der Hausbank selbst.

Welche Anforderungen muss der Franchisevertrag erfüllen, damit ich öffentliche Förderdarlehen beantragen kann?
Damit Franchisenehmer Förderdarlehen beantragen können, müssen grundsätzlich die spezifischen Bedingungen des jeweiligen Kreditprogramms erfüllt sein. Werden Kredite beantragt, bei denen die KfW Mittelstandsbank anteilig oder vollständig die Haftung übernimmt (zum Beispiel Startgeld, Mikro-Darlehen, Unternehmerkapital – ERP-Kapital für Gründung, Unternehmerkapital – ERP-Kapital für Wachstum), muss der Franchisevertrag folgenden Voraussetzungen genügen:

  • Sie sind als Franchisenehmer rechtlich und wirtschaftlich selbstständig, handeln im eigenen Namen und auf eigene Rechnung.
  • Der Franchisevertrag enthält kein nachvertragliches Wettbewerbsverbot und ermöglicht Ihnen damit eine nachhaltige selbstständige Existenz auch über die Vertragslaufzeit hinaus. Wenn jedoch ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot vereinbart wird, beträgt die Vertragslaufzeit, gegebenenfalls mit Verlängerungsoptionen, mindestens zehn Jahre.
  • Im Franchisevertrag ist deutsches Recht oder das Recht eines in einem EU-/EFTA-Staat ansässigen Franchisegebers vereinbart.

1. Wie unterscheidet sich Franchising von anderen Vertriebsarten?
Ein Franchisesystem ist ein kooperatives, arbeitsteiliges und straffes Vertriebssystem mit vertikaler Struktur. Als solches weist es folgende Merkmale auf:

  • Absatzsystem
  • Ein Absatzsystem im Franchising besteht aus dezentralen Vertriebsstellen, das heißt, der Vertrieb wird nicht vom Franchisegeber reguliert, sondern von den jeweiligen Franchisenehmern vor Ort gesteuert. Das franchise-spezifische Absatzsystem ermöglicht zudem eine systematische Potenzialausschöpfung. Dadurch, dass der Vertrieb dem Franchisenehmer obliegt, der die Nachfrage in seinem Gebiet am besten kennt, wird dieser vom jeweiligen Standort gesteuert; die Marktmasse bleibt flexibel.
  • Leistungsbeitrag des Franchisegebers
  • Zu den Leistungen des Franchisegebers gehören unter anderem das Erstellen von Beschaffungs-, Absatz- und Organisationskonzepten sowie der Betriebsaufbau, die Ausbildung der Partner, ihre laufende aktive Unterstützung und die ständige Weiterentwicklung des Systems.
  • Leistungsbeitrag des Franchisenehmers
  • Die Leistungen des Franchisenehmers setzen sich aus seinem Arbeits- und Kapitaleinsatz sowie den Markt- und Erfolgsinformationen, die er der Systemzentrale zur professionellen Auswertung übermittelt, zusammen.
  • Rechtlicher Status
  • Sowohl der Franchisegeber als auch der Franchisenehmer sind selbstständige Unternehmer. Sie arbeiten in eigenem Namen und auf eigene Rechnung. Der Franchisegeber hat lediglich richtlinien-ähnliche Kompetenzen, die es ihm ermöglichen, systemkonformes Verhalten durchzusetzen.
  • Straffe Organisation
  • Die Organisation eines Franchisesystems zeichnet sich zum einen durch seine vertikale Struktur aus, das heißt, der Franchisegeber erstellt und überlässt dem Franchisenehmer das bewährte Geschäftskonzept, das wiederum dessen unternehmerischen Erfolg sichert. Für Franchisegeber und Franchisenehmer bedeutet dies eine faire Erfolgsbeteiligung. Zum anderen zeichnet sich die Organisation durch eine komplementäre Arbeitsteilung aus, die eine gruppeninterne Spezialisierung ermöglicht, so dass jeder das tut, was er am besten kann. Hinzu kommt, dass der Franchisegeber eine richtlinien-ähnliche Kompetenz innehat, die das systemkonforme Verhalten aller Beteiligten gewährleistet. Die Selbstständigkeit des Franchisenehmers wird dadurch nicht berührt.
  • Einheitliches Auftreten
  • Das einheitliche Auftreten des Systems stärkt nicht nur das Gesamterscheinungsbild, sondern auch die Marke beziehungsweise den Namen des Systems auf dem Markt. Gleichzeitig wird der Bekanntheitsgrad unter den Verbrauchern gesteigert. Darüber hinaus stellt das einheitliche Auftreten zusammen mit dem gemeinsamen Image einen wesentlichen Erfolgsfaktor jedes Franchisesystems dar und trägt erheblich zum Vertrauensverhältnis zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer bei.
  • Vertragsrechtliche und markenspezifische Bindung der Partner
  • Die vertragsrechtliche Bindung der Partner ist grundsätzlich auf eine längerfristige Zusammenarbeit ausgerichtet. Diese Dauerhaftigkeit schützt einerseits Franchisegeber und Franchisenehmer vor einer kurzfristigen ordentlichen Kündigung. In den meisten Fällen bedeutet gerade für den Franchisenehmer eine solche Kündigung den Entzug der Existenzgrundlage. Während der fest vereinbarten Laufzeit ist daher für beide Seiten nur eine fristlose Kündigung aus wichtigem Grund möglich. Andererseits ermöglicht eine lange Vertragslaufzeit dem Franchisegeber die längerfristige Planung des gesamten Systems und dem Franchisenehmer die nachhaltige Existenzsicherung sowie die Rückgewinnung seines Kapitaleinsatzes. Schließlich dient dem Franchisenehmer der – allerdings mit dem Franchisegeber abzustimmende – Verkauf seines Unternehmens als Altersvorsorge, wodurch er den Firmenwert realisiert oder entsprechend neues Investitionskapital für eine andere Geschäftsidee erhält.

Somit unterscheidet sich das Franchising von anderen, ähnlichen Vertriebsarten in folgender Hinsicht:

  • Vertragshändlersystem
  • Das Vertragshändlersystem ist kein detailliert geregeltes einheitliches Organisationssystem. Im Vordergrund steht der Warenvertrieb. Im Vergleich zum Vertragshändler ist der Franchisenehmer stärker in das System eingebunden. Das Franchisesystem zeichnet sich durch ein wesentlich strafferes Management-, Organisations-, Marketing- und Werbekonzept aus.
  • Handelsvertreter-/Agentursystem
  • Der Handelsvertreter beziehungsweise der Agent ist für einen oder mehrere Hersteller gleichzeitig tätig. Er vermittelt für andere auf deren Rechnung Geschäfte. In der Regel bringt er kein eigenes Kapital ein und ist nicht an Verlusten beteiligt, das heißt, er handelt in fremdem Namen und trägt kein eigenes Warenrisiko. Als selbstständiger Unternehmer vermittelt dagegen der Franchisenehmer grundsätzlich keine Geschäfte, sondern handelt in eigenem Namen und auf eigene Rechnung.
  • Lizenzsystem
  • Ein Lizenzgeber überlässt dem Lizenznehmer die Rechte zur Nutzung von gewerblichen Schutzrechten. In der Regel handelt es sich dabei um eine patentgeschützte Erfindung und/oder eine als Warenzeichen geschützte Marke. Der Einfluss des Lizenzgebers auf den Lizenznehmer ist sehr begrenzt. Reine Lizenzsysteme haben weder ein eigenes Dienstleistungsnoch ein eigenes Marketingkonzept. Das Franchisesystem hingegen besitzt zum Beispiel ein einheitliches Marketingkonzept, das wesentlich zu einer Bindung aller Beteiligten an das System beiträgt und den einheitlichen Marktauftritt nach außen gewährt. Gemischte Lizenzsysteme bieten zum Teil kleinere Marketingkonzepte an, die meist jedoch weniger konsequent durchgesetzt werden. Die dort angebotenen Leistungen haben keinen für alle verpflichtenden Charakter. Nicht zuletzt aus diesem Grund übernimmt der Lizenzgeber auch keine „moralische Verantwortung“ für den Lizenznehmer, so wie der Franchisegeber dies in der Regel für seinen Franchisenehmer durch umfassende Betreuung zu realisieren versucht.
  • Filialsystem
  • Filialbetriebe sind Zweigstellen eines Unternehmens und somit betriebseigene Organe. Charakteristisch sind der großhandelsmäßige Einkauf, ein zentrales Warenlager sowie die zentrale Betriebsabrechnung und -kontrolle. Aber: Im Gegensatz zum Franchisenehmer ist der Filialleiter nicht rechtlich selbstständig, sondern Angestellter in der firmeneigenen Absatzorganisation und damit in jeglicher Hinsicht weisungsgebunden.
  • Kooperation
  • Franchisesysteme sind vertikale Kooperationen, das heißt, es besteht eine vertragliche Regelung dahingehend, dass der Franchisegeber dem Franchisenehmer gewisse Vorgaben machen darf, die zum Schutz und zur Gewährleistung des einheitlichen Markenauftritts dienen.

2. Was sind die Vorteile von Franchising?

Eine Franchisepartnerschaft bringt Stärken zusammen
Franchising verbindet die Vorteile von Großunternehmen (Marktmacht) mit denen von Kleinunternehmen (Marktnähe): Der Franchisegeber ermöglicht Existenzgründern oder bestehenden Unternehmen die Übernahme und Umsetzung seines markterprobten Geschäftskonzeptes. Gegen Kostenpauschalen erhält der Franchisenehmer vom Franchisegeber ein „schlüsselfertiges“ Geschäftkonzept mit Schutzrechten, Einkaufsvorteilen, Schulungen und Dienstleistungen sowie Unterstützung in betriebswirtschaftlichen Fragen, in Marketing und PR.

Dieses Know-how kann der Franchisenehmer als rechtlich selbstständiger Unternehmer an seinem Standort umsetzen und sich – dank seines starken Partners – ganz auf den Vertrieb vor Ort und auf seine Kunden konzentrieren.

Der Franchisegeber ist für die Weiterentwicklung, Vermarktung und Kontrolle seines Betriebskonzeptes verantwortlich. Durch diese – erfolgsentscheidende – Aufgabenteilung zwischen Franchisenehmer und Franchisegeber profitiert jeder von der Zusammenarbeit und der Erfahrung des anderen.

Das „Win-win“-Verhältnis zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer auf einen Blick:

Franchisegeber Franchisenehmer
Geschäftsidee Unternehmergeist
  • Produkt
  • Markenname
  • Marketing/Werbung
  • Ladengestaltung
  • Know-how
  • Initiative
  • Engagement
  • unternehmerische Kompetenz
  • Bereitschaft zu kontinuierlichem Wissenstransfer
  • Kundennähe
Pilotprojekt(e) Selbstständigkeit
  • erprobtes Konzept
  • Kontinuierliche Weiterentwicklung der Arbeitsabläufe und Organisationsstrukturen
  • Tätigkeit im eigenem Namen und auf eigene Rechnung
  • Unternehmerische Entscheidungsfreiheit
Leistungen Leistungen
  • Nutzungsrecht des Geschäftskonzepts
  • Marken-Image
  • Ausbildung und Schulung
  • Einkaufsvorteile
  • Werbemittel
  • Unterstützung und Weiterentwicklung des Konzepts
  • Unternehmerische Kreativität
  • Arbeitskraft
  • Kapital
  • Teamfähigkeit
  • Markterschließung
  • Franchisegebühren



3. Wie viele Franchisesysteme gibt es in Deutschland?
In Deutschland sind derzeit 900 Franchisesysteme auf dem Markt. Davon sind circa 200 Systeme geprüfte Mitglieder des DFV.

4. Wie sind die Entwicklungschancen für Franchising in Deutschland?
Trotz allgemeiner wirtschaftlicher Stagnation hat Franchising in Deutschland die besten Erfolgsaussichten: Der DFV prognostiziert ein überdurchschnittliches Wachstum gegenüber der Gesamtwirtschaft mit 200.000 neuen Arbeitsplätzen über Franchise-Unternehmensgründungen bis 2009.

Dieses enorme Beschäftigungspotenzial ermittelten auch die Arbeitsmarktforscher der Universität Mainz in ihrer Studie „Zur Zukunft des Franchising in Deutschland“, die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) erstellt wurde. Statistische Berechnungen ergeben, dass durchschnittlich jede halbe Stunde in Deutschland ein neuer Arbeitsplatz durch Franchising geschaffen wird.

Franchising ist eine der wenigen noch intakten Jobmaschinen. Der durchschnittliche Beschäftigten-Zuwachs betrug in den letzten Jahren 6,5 Prozent. Das liegt an dem Erfolgsrezept von Franchising, die durch die Selbstständigkeit hohe unternehmerische Motivation: Durch den Anschluss an ein Unternehmensnetzwerk profitiert der Franchisenehmer von der Größe, den Einkaufsvorteilen und der bereits eingeführten Marke des Systems, bleibt jedoch gleichzeitig selbstständiger Unternehmer.

Die Attraktivität des Franchisings in Deutschland wird unter anderem durch den Globalisierungsdruck und die zunehmende Marktpräsenz überregionaler Großanbieter und internationaler Konzerne auf Seiten der potenziellen Franchisegeber wie Franchisenehmer steigen.

5. Franchising – Unternehmertum ohne Risiko?
Existenzgründer, die sich einem Franchisesystem anschließen, haben die besseren Erfolgsaussichten als unabhängige Gründer. Die Anfang November 2005 erschienene Studie „Franchising – Erfolgsgarant für Existenzgründungen?“ des Internationalen Centrums für Franchising und Cooperation (F&C) weist nach, dass Franchisenehmer in den ersten vier Jahren nach der Gründung deutlich seltener scheitern als Existenzgründer im Allgemeinen. Insbesondere im ersten Jahr nach dem Unternehmensstart müssen Gründer, die sich ohne Anschluss an ein Franchisesystem selbstständig gemacht haben, mit einer höheren Ausfallquote rechnen als Franchisenehmer. Letztere gehen bei ihrer Existenzgründung mit einer Ausfallquote zwischen 1 und 5 Prozent ein wesentlich geringeres Risiko ein.

Denn während sich der unabhängige Existenzgründer den Zugang zu seiner Kundschaft über kostenintensive Werbe- und Marketingmaßnahmen erst mühsam erarbeiten muss, können Franchisenehmer bereits von Anfang an von der etablierten Marke und vom Marktanteil ihres Franchisesystems profitieren. Dieser „Vertrauensvorschuss“ bei den Kunden erleichtert es, diese langfristig an das Unternehmen zu binden, und wirkt sich darüber hinaus auch positiv auf die Umsatzentwicklung aus: Die in der Studie betrachteten Franchisenehmer erwirtschafteten durchschnittlich 416.814 Euro im ersten Geschäftsjahr, andere Existenzgründer nur durchschnittlich 160.000 Euro. Durch das durchdachte und am Markt erprobte Konzept reduziert Franchising also das Risiko für Unternehmer – man darf jedoch nicht außer Acht lassen, dass der Erfolg auch wesentlich von der Person des Unternehmers, der sich einem Franchisesystem als Partner anschließt, abhängt (zum Beispiel unternehmerische Motivation, Finanzstärke, Vetriebspower und die Fähigkeit, selbstständig zu wirtschaften). Eine realistische Selbsteinschätzung ist daher sehr wichtig – denn ohne ein solides finanzielles Polster, die Unterstützung der Familie, Spaß am selbstständigen Unternehmertum und einem gewissen Organisationstalent kann ein Unternehmer kaum bestehen.

6. Was ist ein Franchisenehmer?
Ein Franchisenehmer (auch Franchisepartner genannt) ist derjenige, der sich einem Franchisesystem anschließt und das Geschäftskonzept des Systems selbstständig umsetzt.

7. Was ist ein Franchisegeber?
Ein Franchisegeber ist der Initiant eines multiplizierbaren Geschäftskonzeptes, der Existenzgründern (Franchisenehmern) den Einstieg in das System ermöglicht.

8. Was ist ein Master-Franchisenehmer?
Ein Master-Franchisenehmer (auch: Master-Partner) ist ein Franchisepartner mit der Funktion, im Ausland das Franchisesystem aufzubauen. Der Master-Franchisenehmer wird in seinem Land selbst zum Franchisegeber und vergibt Franchisen. Dabei erhält er das Recht und die Verpflichtung, innerhalb eines ihm exklusiv überlassenen Territoriums weitere Franchisenehmer zu akquirieren und sie als Franchisegeber zu betreuen.

9. Ist man als Franchisenehmer Angestellter oder selbstständiger Unternehmer?
Als Franchisenehmer ist man ein rechtlich selbstständiger Unternehmer.

10. Ist jedes Geschäftskonzept „franchisierbar“?
Unter bestimmten Voraussetzungen – ja. Die Leistungen des Franchisegebers müssen ein in sich geschlossenes Paket darstellen, sie sollten sich vor allem auf den Bestand und die Entwicklung der besonderen Wettbewerbsvorteile von Produkt und Dienstleistung beziehen. Wichtigste Voraussetzung jedoch ist, dass das Geschäftskonzept multiplizierbar ist.

Um das Konzept multiplizieren zu können, muss es einfach genug sein. Franchisierbare Leistungen (Produkte und/oder Dienstleistungen und/oder Technologien) sollten über Immaterialgüterrechte wie eine Marke, ein Patent, Muster oder Modelle soweit wie möglich geschützt werden.

Ein Geschäftskonzept ist franchisierbar, wenn der Markt außerdem entsprechend aufnahmefähig ist. Dies gilt nicht nur für den Kundenmarkt, bei dem ein genügend großes Volumen für eine größere Anzahl von selbstständigen Partnern gegeben sein muss, sondern auch für den sogenannten Partnermarkt, der über ausreichend geeignete Franchisepartner verfügen sollte.

11. Wie finde ich das passende Franchisesystem?
Wichtigstes Auswahlkriterium bei Ihrer Suche nach einem geeigneten Franchiseunternehmen ist, ob gegenseitig „die Chemie stimmt“. Geschäftskonzept, persönliche und fachliche Qualifikationen müssen absolut harmonieren. Dabei kommt es besonders auf Ihre unternehmerischen Eigenschaften und Ihr Engagement an. Mindestens ebenso wichtig wie Ihr persönlicher Einsatz ist das gegenseitige partnerschaftliche Vertrauen. Daher sollten Sie Ihren zukünftigen Partner sorgfältig prüfen und sich bestmöglich über das gewählte Franchisesystem informieren. Nur wenn Sie sich optimal mit dem Unternehmen identifizieren, können Sie es auch erfolgreich vertreten.

12. Welche Voraussetzungen muss ein Franchisenehmer mitbringen?
Aufgrund der guten Ausbildungskonzepte in Franchisesystemen haben Interessenten unterschiedlichster Vorbildung die gleichen Chancen.

An selbstständige Unternehmer wird – auch innerhalb eines Franchisesystems – dennoch eine Reihe von Anforderungen gestellt. Prüfen Sie ganz ehrlich, ob Sie sich dieser Aufgabe gewachsen fühlen:

  • Möchten Sie sich im Wesentlichen auf Verkauf, Kundenbetreuung, Erschließung des regionalen Marktes und die Führung Ihrer Mitarbeiter konzentrieren?
  • Können Sie Menschen motivieren und führen?
  • Verfügen Sie über ausreichend kaufmännische und/oder fachliche Qualifikationen für die Selbstständigkeit und sind Sie bereit, ständig dazuzulernen und sich in der Freizeit weiterzubilden?
  • Können Sie auf die volle Unterstützung Ihrer Familie bauen?
  • Können Sie gut im Team arbeiten, und sind Sie bereit, dort Ihre Ideen einzubringen?
  • Sind Sie bereit, Entscheidungen, die Ihnen vielleicht nicht gefallen, zu akzeptieren?
  • Sind Sie bereit, mehr als 40 Stunden in der Woche zu arbeiten?
  • Reichen Ihre finanziellen Reserven, um bei Bedarf die ersten Monate zu überbrücken?
  • Können Sie sich in ein vorgegebenes Franchisekonzept integrieren?
  • Verfügen Sie über ausreichend Selbstvertrauen, um eventuelle Rückschläge wegzustecken?

13. Worin unterscheiden sich Einstiegsgebühren, Investitionskosten und laufende Gebühren, die ein Franchisenehmer seinem Franchisegeber leisten muss?

Eintritts-/Einstiegsgebühr
Die Eintrittsgebühren sind bei jedem System unterschiedlich. Es existieren auch Systeme, die keine Eintrittsgebühren erheben. In diesem Fall sind in der Regel die laufenden Gebühren entsprechend höher. Doch wofür dienen sie? Sie entstehen generell durch die Vorleistungen des Franchisegebers wie zum Beispiel:

  • Entwicklung des Geschäftstyps
  • Erprobung in Pilotbetrieben
  • Dokumentation des Know-how
  • Image/Bekanntheitsgrad

und durch die Aufbau-/Transferleistungen wie beispielsweise:

  • Suche/Auswahl der Franchisenehmer
  • Standortanalysen
  • Betriebsaufbau
  • Erstschulung
  • Unterstützung bei der Markteinführung

Laufende Gebühren
Auch die laufende Gebühr beziehungsweise Franchisegebühr ist je nach System unterschiedlich. Sie besteht meist aus einem gewissen Prozentsatz des Nettoumsatzes. Die laufende Gebühr dient zur Amortisierung der Vorleistungen und wird unter anderem für die kontinuierliche Nutzung von

  • Know-how
  • Training
  • Markenschutz
  • Werbemitteln
  • Kontinuierlicher Unternehmensberatung
  • Weiterentwicklung (Innovation) des Systems

gezahlt. Neben der laufenden Gebühr können vom Franchisegeber auch Werbeumlagen berechnet werden. In diesem Fall empfiehlt es sich nachzuprüfen, ob diese auch tatsächlich für überregionale Werbung und die allgemeine Marketingstrategie verwendet werden und nicht für andere Zwecke. In dieser Hinsicht haben Sie gegenüber dem Franchisegeber auch einen Anspruch auf Rechnungsnachweis und Auskunftserteilung.

Investitionssumme
Ihre Gesamtinvestitionssumme berechnet sich aus der Eintrittsgebühr des Franchisesystems sowie den Investitionskosten für den Aufbau Ihres Betriebes, wie zum Beispiel Ladenbau, Geschäftsausstattung, Warengrundstock, behördliche Gebühren.

14. Wie hoch dürfen die laufenden Gebühren sein?
Die laufenden Gebühren sollten sich im Rahmen von 1 bis 15 Prozent des Nettoumsatzes halten. Sie sind abhängig von den Leistungen, die der Franchisegeber dem Franchisenehmer bietet.

15. Wer hilft mir bei der Finanzierung?
Das Ziel einer Existenzgründung im Franchising, gute unternehmerische Ideen erfolgreich umzusetzen, erfordert stets die erforderliche Eigenkapitalausstattung.
Diese gestaltet sich stets prozentual zu dem entsprechenden Investitionsbedarf und bildet die Basis für das erste Gespräch mit dem finanzierenden Geldinstitut. Dies ist in der Regel die Hausbank, da Kreditvergaben bei Banken immer noch regionale „Hoheit“ genießen.
Der zentrale Punkt ist das betriebsnotwendige Eigenkapital. Erst eine entsprechende Ausstattung ermöglicht dem Existenzgründer seine Gestaltungsfreiheit, Chancen schnell wahrnehmen zu können und vorausschaubaren und/oder unvorhergesehenen Herausforderungen gelassen zu begegnen.

Informieren Sie sich stets bei verschiedenen Kreditinstituten, fragen Sie bei Ihrer Finanzierungsanfrage nach der Einbindung von Eigenkapitalhilfe, ERP-Darlehen, Bürgschaftsbanken, Beteiligungsgesellschaften, Förderprogrammen etc. Ein kompetenter Berater wird Sie dort umfassend informieren und Ihnen eine maßgeschneiderte Finanzierung anbieten.
Erkundigen Sie sich auch bei Ihrem zukünftigen Franchisegeber, da viele Systeme hausinterne Finanzierungsmöglichkeiten anbieten.

16. Gibt es Muster-Franchiseverträge?
Da es viele unterschiedliche Franchisesysteme gibt, existiert auch kein standardisierter Franchisevertrag. Jedes System hat ein auf seine Bedürfnisse zugeschnittenes Vertragswerk. Aus diesem Grund ist es ratsam, immer einen spezialisierten Rechtsanwalt hinzuzuziehen. Sie können sich zum Beispiel an die im DFV als Assoziierte Experten aktiven Rechtsanwälte wenden, die sich mit dem komplexen Rechtsgebiet Franchising bestens auskennen.

Die Angaben, die Bestandteil eines jeden Vertrags bilden, sind:

  • die dem Franchisegeber eingeräumten Rechte;
  • die dem einzelnen Franchisenehmer eingeräumten Rechte;
  • die dem einzelnen Franchisenehmer zur Verfügung zu stellenden Waren und/oder Dienstleistungen (soweit eine Bezugspflicht vereinbart wurde);
  • die Pflichten des Franchisegebers;
  • die Pflichten des einzelnen Franchisenehmers;
  • die Zahlungsverpflichtungen des einzelnen Franchisenehmers;
  • die Vertragsdauer, die so befristet sein sollte, dass der Franchisenehmer seine franchise-spezifischen Anfangsinvestition amortisieren und einen Gewinn erzielen kann;
  • die Grundlage für eine eventuelle Verlängerung des Vertrages;
  • die Bedingungen, nach denen der einzelne Franchisenehmer das Franchisegeschäft kaufen oder übertragen kann, sowie mögliche Vorkaufsrechte des Franchisegebers in dieser Hinsicht;
  • diejenigen Bestimmungen, die sich auf den Gebrauch der typischen Kennzeichnungen des Firmennamens, der Marke, der Dienstleistungsmarke, des Ladenschilds, des Logos oder andere besondere Identifkationsmerkmale des Franchisegebers beziehen;
  • das Recht des Franchisegebers, das Franchisesystem an neue oder geänderte Verhältnisse anzupassen (= Innovation des Systems);
  • Regelungen über die Beendigung des Vertrags
  • Bestimmungen über die sofortige Rückgabe des materiellen und immateriellen Eigentums des Franchisegebers oder eines anderen Inhabers nach Vertragsende;
  • Belehrung über das Widerrufsrecht, falls eine Bezugspflicht besteht.

Quelle: Deutscher Franchise Verband www.franchiseverband.com

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