Erfolgreich selbstständig

Inhalt des Businessplans

Kurzzusammenfassung (Executive Summary)
Ein Businessplan beginnt mit der Zusammenfassung des Gründungskonzepts. Es werden hier die wichtigsten Aspekte der Geschäftsidee aufgezeigt. Damit soll das Interesse der Kapitalgeber geweckt und auf das Vorhaben gelenkt werden. In dieser Executive Summary werden die wichtigsten Punkte der Gründungs- und Aufbauplanung aufgezeigt. Informationen zu folgenden Punkten sollten immer Bestandteil der Zusammenfassung sein: Produktund Serviceidee, Wettbewerbsvorteile gegenüber den Mitbewerbern, Größe und Art des anvisierten Marktes, zentrale Finanzdaten wie geplanter Investitionsbedarf, Umsatz, Kosten, Renditeerwartungen sowie Break-Even-Point und Cashflow. Nehmen Sie sich besonders viel Zeit für diesen Teil des Businessplans. Fragen Sie sich auch, ob Sie Ihr Vorhaben präzise und verständlich erklärt haben. Durchdenken Sie Ihr Konzept mehrmals!

Persönliche Daten
Informationen über den Existenzgründer interessieren die Kapitalgeber fast genauso wie die Executive Summary. Dabei interessiert die Begutachter des Businessplans die schulische und berufliche Ausbildung ebenso wie die Fähigkeit, ein Unternehmen führen zu können. Insbesondere wird untersucht, ob die berufliche Qualifikation für die Selbstständigkeit ausreicht. Darüber hinaus sind Branchenerfahrungen ein wichtiger Hinweis für die Kapitalgeber, dass bereits Kontakte und Kenntnisse vorhanden sind, die eine zügige Markterschließung gewährleisten. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Gründer im Markt durchsetzen wird, wird dadurch wesentlich erhöht. Die Kompetenz des Unternehmensgründers ist ein entscheidender Faktor, um den Kapitalgeber überzeugen zu können, ein finanzielles Engagement für das Gründungsvorhaben einzugehen. Wollen Sie das Unternehmen nicht alleine gründen, sondern mit einem oder mehreren Partnern, so sind natürlich auch die persönlichen Profile der Partner ein wichtiger Hinweis für den Investor, die Aufschluss geben über die Qualität des Managements und damit die zu erwartende Art der Unternehmensführung.

Markteinschätzung und Wettbewerber
Kenntnisse der Kundenwünsche und Kundenbedürfnisse sind Grundlage für den zukünftigen Erfolg eines neu gegründeten Unternehmens. Die Kunden entscheiden letztendlich über Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens. Im Mittelpunkt aller Überlegungen muss deshalb der Kundennutzen stehen. Alleinstellungsmerkmale des Produkts beziehungsweise der Dienstleistung ergeben sich dann, wenn der Kunde Ihr Produkt gegenüber dem Mitbewerber bevorzugt. Markt- und Produktkenntnisse sollen sicherstellen, dass der Erfolgsfaktor Kundennutzen im Markt sichtbar und deutlich herausgearbeitet wird. Nur wenn das Marktpotenzial groß genug ist, kann das Unternehmen ausreichende Umsätze beziehungsweise Erträge realisieren. Zukunftserwartungen in Marktvolumen und Marktwachstum sind darüber hinaus wichtige Indikatoren für den Geldgeber, sich am Unternehmen finanziell zu beteiligen.

Gehen Sie auch auf die Stärken und Schwächen Ihrer Mitbewerber ein. Bewerten Sie Ihre Mitbewerber nach bestimmten Kriterien wie zum Beispiel Umsatz, Preisgestaltung, Marktanteil, Produkte, Vertriebswege und Marktstrategien. Heben Sie die Vorteile deutlich heraus, die Sie gegenüber der Konkurrenz haben. Wie bereits erwähnt, müssen Alleinstellungsmerkmale der angebotenen Produkte und Dienstleistungen besonders herausgestellt und bewertet werden. Mit Hilfe geeigneter Kommunikationsstrategien, zum Beispiel durch entsprechende Werbemaßnahmen in zielgruppengerechten Medien, lassen sich Aussagen machen, die sich langfristig im Gedächtnis des potenziellen Kunden festsetzen. Grundsätzlich ist es wichtig, den Nutzen beziehungsweise Zusatznutzen des Produkts oder der Dienstleistung für den Kunden sichtbar zu machen. Denken Sie insbesondere daran, dass die Kundenakzeptanz Grundvoraussetzung für Ihren unternehmerischen Erfolg sein wird. Denn die Basis für den Markterfolg sind immer zufriedene Kunden! Durch die praktische Umsetzung der AIDA-Formel wird dies sicherlich auch nachdrücklich gelingen: Attention (Aufmerksamkeit wecken), Interest (Interesse schaffen), Desire (Besitzwunsch festigen) und Action (Kaufabschluss tätigen).

Produkt- und Serviceleistungen
Bei der Darstellung Ihrer Produkte sollten Sie grundsätzlich auf technische Details verzichten. Versuchen Sie den technischen Bereich so einfach und anschaulich wie möglich darzustellen. Sie müssen immer mit einbeziehen, dass der Leser nur wenig Ahnung von technischen Produkten hat. Die Zusammenhänge sind ihm in der Regel nicht klar und führen eventuell dazu, dass das Interesse an einer finanziellen Beteiligung zurückgeht oder gar versiegt. Wichtiger ist es herauszuarbeiten, inwieweit das Produkt den Marktanforderungen gewachsen ist, welche Kundengruppen damit angesprochen werden sollen und wie man das Produkt im Markt etablieren wird. Ebenso wichtig ist auch deutlich zu machen, wie das Produkt geschützt ist und welche Vorkehrungen vor Nachahmern getroffen wurden – zum Beispiel durch entsprechenden Patent- oder Gebrauchsmusterschutz. Stellen Sie immer wieder den Kundennutzen in den Vordergrund Ihrer Überlegungen. Erläutern Sie deshalb, welche Funktion das Produkt oder die Dienstleistung erfüllt und welchen Nutzen der Kunde daraus ziehen kann. Sollten Mitbewerber auf dem Markt sein, so müssen Sie ohnehin verstärkt auf den Zusatznutzen Ihres Angebots hinweisen. Dazu ist es auch notwendig, sich in die Lage des potenziellen Kunden zu versetzen, um aus seiner Sicht Ihr Angebot betrachten und beurteilen zu können.

Finanzplanung
Die Finanzplanung gehört sicherlich zu den wichtigsten Teilen des Businessplans. Hier muss anhand realistischer Zahlen dargestellt werden, wie sich Umsätze, Kosten und Erträge entwickeln werden. Das setzt voraus, dass die zu kalkulierenden Preisfaktoren für Produkte und Dienstleistungen bekannt sind, um so die entsprechenden Produktpreise ermitteln zu können. Multipliziert mit den Absatzmengen ergibt dies realistische Zahlen für den zu erwartenden Umsatz. Werden den Umsätzen die Kosten gegenübergestellt, so lässt sich ein realistisches Bild über den zukünftigen Gewinn ermitteln. Wichtig ist auch, mithilfe der Erfolgsplanungsrechnung den sogenannten Break-Even-Point zu ermitteln, das heißt damit verbunden den Zeitpunkt, ab wann das neu gegründete Unternehmen zum ersten Mal von der Verlust- in die Gewinnzone kommen könnte. Natürlich ist nicht minder wichtig, den zukünftigen Kapitalbedarf für Investitionen und die abzudeckenden laufenden betrieblichen Ausgaben zu kennen. Schließlich sollte ein Liquiditätsplan Aufschluss darüber geben, welche Mittel dem Unternehmer letztendlich zur Verfügung stehen werden, wenn sämtliche Einnahmen sämtlichen Ausgaben gegenübergestellt worden sind. Durch diese Gegenüberstellung kann schon im Vorfeld der Gründung annähernd ermittelt werden, in welchem Zeitraum eine eventuelle Deckungslücke auftreten könnte. Die Liquiditätsplanungsrechnung ermöglicht dem Unternehmer, vorab geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um so die Zahlungsfähigkeit zu sichern. Bausteine für eine gut strukturierte Finanzplanung sind:

  • Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan
  • Umsatzplan (Umsatzerlösplan)
  • Ausgabenplan
  • Liquiditätsplan
  • Erfolgsplan (Gewinn- und Verlustplan)

Zukunftsaussichten
Schließlich sollte noch darauf eingegangen werden, wie sich die Branche in Zukunft entwickeln wird. Rechnen Sie mit Konkurrenz beziehungsweise zusätzlichen Mitbewerbern, die ihren Teil vom Markt fordern. Wie und mit welchen Maßnahmen können Sie die Ziele, die Sie sich gesetzt haben, erreichen? Wie werden Sie reagieren, wenn negative Markt- und Branchenentwicklungen das Unternehmen gefährden könnten? Und wie können Sie einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz halten beziehungsweise vergößern?

Anhang
In den Anhang des Businessplans gehören: Persönlicher und beruflicher Werdegang des Gründers beziehungsweise der Gründer, bildliche Produktdarstellung und kurze Produktbeschreibung, Schutzrechte (zum Beispiel Patent- beziehungsweise Gebrauchsmuster), Referenzen, Standortgutachten, detaillierte Finanzpläne, Marktgutachten, Genehmigungen beziehungsweise Zulassungen, Rechtsform.

Wichtig: Businessplan-Wettbewerbe
Businessplan-Wettbewerbe gibt es regional und überregional, ausgerichtet auf bestimmte Zielgruppen. Die Teilnahmevoraussetzungen für die Gründerwettbewerbe sind sehr unterschiedlich gestaltet. Hier unterstützen Experten die Ausarbeitung und Umsetzung eines Unternehmenskonzepts, leisten Beratung, begleiten und helfen bei der Anbahnung von Kontakten. Die besten Konzepte erhalten Preisgelder in durchaus attraktiver Höhe. Informationen zu den einzelnen Businessplan- Wettbewerben können auch im Internet eingesehen werden:

Förderkreis Gründungs-Forschung e.V. (www.fgf-ev.de)
Online Akademie des Bundeswirtschaftsministeriums (www.bmwi.de)
und Focus Online (www.focos.de/existenzgruendung)

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