Erfolgreich selbstständig

Die ideale Hausbank - gibt es sie?

von J. T. Eckhold, H.-G. Lehmann, P. Stonn

Der Begriff „Hausbank“ verdeutlicht ein inniges Verhältnis zwischen Unternehmen und Bank, zwischen Unternehmer und Firmenkundenbetreuer, wie mit einem Hausfreund oder einer Hausfreundin. Man kennt sich, geht beieinander ein und aus, vertraut sich. Wir überlassen es dem Leser, ob er diesen Begriff verwenden will. Die Hausbank sollte zumindest ein längeres, vertrauensvolles und an Enttäuschungen armes Verhältnis zwischen Unternehmen und Bank voraussetzen. Vielfach bauen auch die Banken einem zu innigen Verhältnis vor und wechseln bewusst oder zufällig nach kürzeren Perioden den Firmenkundenbetreuer. Stabile und gute Bankkontakte haben natürlich den unschätzbaren Vorteil der Kenntnis des Unternehmens in der Bank und damit der deutlich rascheren Entscheidung über Kreditanträge.

Zwischen Unternehmen und Bank sollte ein Verhältnis aufgebaut werden, das einer guten, stabilen und offenen Kunden-Lieferanten-Beziehung entspricht. Es ist oft zweckmäßig, die Abhängigkeit nicht zu groß werden zu lassen und eine zweite Bankverbindung aufzubauen. Die Auswahl einer oder mehrerer Banken für eine längere Geschäftsbeziehung ist immer eine schwierige Frage und hängt von einigen Kriterien ab. Bei größerem Finanzbedarf wird die bisherige Hausbank auch dankbar für eine Risikostreuung sein, weil sie in der Regel schon die besten Sicherheiten besitzt. Bei internationaler Geschäftstätigkeit ist die Kombination von international erfahrenerGroßbank und regionaler Sparkasse oder Volksbank zu empfehlen. Bei Handelsunternehmen mit täglicher Abgabe des Kassenbestandes in der Bank spielen dagegen geringe Wege zur Bankfiliale eine entscheidende Rolle.

Die ideale Hausbank lässt sich nicht aus einem Bankenranking entnehmen. Empfehlungen aus Unternehmerverbänden oder von Bekannten helfen hier am besten weiter. Wie geeignet sind die ausländischen Banken in Deutschland für kleine und mittelständische Unternehmen? Lohnt sich der Gang in die Nachbarstaaten?

Die Entwicklung für den einheitlichen europäischen Zahlungsraum namens SEPA (Single Europayment Area) ist vorbereitet. Die grenzüberschreitenden Zahlungen sollen bis 2010 so einfach, billig und sicher werden wie Zahlungen im Heimatland. Damit wird es auch einfacher möglich, ausländische Banken zu nutzen. Die praktischen Erfahrungen müssen aber noch gesammelt werden.

Wie sieht die Bankenlandschaft in einigen Nachbarstaaten aus? Ähnliche Verhältnisse wie in Deutschland sind in Österreich mit Privatbanken, Sparkassen sowie Raffeisenbanken anzutreffen. Österreichische Banken verfügen über ein sehr dichtes Filialnetz mit über 5.000 Bankstellen und sind somit auch in Grenznähe gut vertreten. Die größte österreichische Bank Austria AG ist seit dem Jahr 2007 im Mehrheitsbesitz der italienischen UniCredit Group, zu der auch die Bayrische Hypo- und Vereinsbank gehört. Europa wächst also auch hier zusammen.

In den Niederlanden und in Frankreich bestimmen Großbanken die Bankenlandschaft. Die niederländische ABN AMRO und die ING Groep N.V. sind auch in Deutschland mit Tochtergesellschaften vertreten. Aus Schweden hat sich die SEB in Deutschland etabliert. Diese ausländischen Großbanken sind bisher auf größere Kunden ausgerichtet. Sie sind deshalb für kleine und mittelständische Unternehmen noch nicht interessant.

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