Erfolgreich selbstständig

Beschäftigungsarten

Die Gestaltung der Arbeitsverträge richtet sich zunächst nach der Art und dem Inhalt des Anstellungsverhältnisses. Man unterscheidet verschiedene Beschäftigungsarten wie zum Beispiel feste Anstellungen, Minijobs und Teilzeitarbeitsverhältnisse.

Wirtschaftlich interessant ist, dass unter gewissen Voraussetzungen ein sog. Einstellungszuschuss gewährt wird. Ziel ist es, das Beschäftigungspotenzial neu gegründeter Unternehmen zu nutzen und die Eingliederung von Arbeitslosen zu fördern. Demnach kann ein Einstellungszuschuss bei Neugründung eines Unternehmens gewährt werden, wenn der Arbeitnehmer vor der Einstellung insgesamt mindestens drei Monate Arbeitslosengeld oder Transferkurzarbeitergeld bezogen hat, in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme beschäftigt war, an einer durch eine Agentur für Arbeit finanzierten Weiterbildung teilgenommen hat oder die Voraussetzungen für Entgeltleistungen der beruflichen Weiterbildung erfüllt.

Arbeitgeber, die vor nicht mehr als zwei Jahren eine selbstständige Tätigkeit aufgenommen haben und in ihrem Unternehmen nicht mehr als fünf Mitarbeiter beschäftigt haben, können einen Einstellungszuschuss sogar parallel für zwei Arbeitnehmer beantragen. Der Einstellungszuschuss beträgt maximal 50 Prozent des tariflichen oder ortsüblichen Bruttoarbeitsentgeltes für die Dauer von zwölf Monaten. Zusätzlich werden die für das Bruttoarbeitsentgelt anfallenden Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung in gleicher prozentualer Höhe erstattet. Der Antrag ist vom Existenzgründer bei der für seinen Betriebssitz zuständigen Agentur für Arbeit zu stellen.

Rechtliche Aspekte beginnen bereits bei der Auswahl bzw. Bewerungsgesprächen mit zukünftigem Personal. Insbesondere durch das allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) stellen sich teilweise kniffelige Hürden in der Kommunikation und bei der Auswahl zukünftiger Arbeitnehmer. Es ist strengstens darauf zu achten, hierbei keine Diskriminierungen im Sinne des AGG vorzunehmen. Es empfiehlt sich daher, bereits vor Schalten einer Anzeige entsprechenden Rechtsrat einzuholen.

Ist die Entscheidung für einen zukünftigen Mitarbeiter gefallen, stellt sich die Frage, in welches Arbeitsverhältnis er eingebunden wird. Hier bieten sich zunächst sogenannte Mini-Jobs für geringfügige Beschäftigung bis zu 400,00 Euro monatlich beziehungsweise Midi-Jobs an, Niedriglohnjobs zwischen 400,01 Euro und 800,00 Euro an.

Insbesondere solche Unternehmensgründer, die zwar Mitarbeiter benötigen, aber noch keine vollen Stellen anbieten wollen oder können, haben die Möglichkeit, Mini-Jobs anzubieten. Der Arbeitnehmer erhält regelmäßig bis zu 400,00 Euro und zahlt keine Sozialabgaben. Der Arbeitgeber zahlt pauschal 30 Prozent vom Lohn, davon 15 Prozent Rentenversicherung, 13 Prozent Krankenversicherung, eventuell 2 Prozent einheitliche Pauschsteuer an eine zentrale Meldestelle. Kleinbetriebe mit bis zu 30 Mitarbeitern zahlen zusätzlich 0,1 Prozent in die Lohnfortzahlungsversicherung der Mini-Jobzentrale. Arbeitnehmer dürfen neben ihrer hauptberuflichen, sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit einen Mini-Job abgabenfrei ausüben.

Liegt das Gesamteinkommen zwischen 400,01 Euro und 800,00 Euro, besteht für den Arbeitnehmer eine Versicherungspflicht. Der Arbeitgeber zahlt den regulären Sozialversicherungsbeitrag und der Arbeitnehmer einen progressiv steigenden Beitrag je nach Höhe des Lohns, 4 Prozent bei einem Verdienst von 400,01 Euro und circa 21 Prozent bei 800,00 Euro.

Existenzgründer mit Betrieben mit mehr als 15 Arbeitnehmern (Voll- oder Teilzeit, aber ohne Auszubildende) müssen Teilzeitarbeit gewähren. Voraussetzung ist, dass das Arbeitsverhältnis mit dem teilzeitfordernden Arbeitnehmer länger als sechs Monate besteht. Allerdings kann sich der Existenzgründer auf Ausnahmen wie Beeinträchtigung des Betriebs oder unverhältsmäßige Kosten berufen.

Feste Arbeitsverhältnisse können entweder befristet oder unbefristet abgeschlossen werden. Befristete Arbeitsverhältnisse sind bei Vorliegen eines sachlichen Grundes gerechtfertigt. Ein sachlicher Grund für die Befristung liegt insbesondere vor, wenn der betriebliche Bedarf einer Arbeitsleistung vorübergehend besteht, die Eigenart der Arbeitsleistung die Befristung rechtfertigt, die Befristung zur Erprobung erfolgt usw. Liegt kein sachlicher Grund vor, kann die Befristung maximal zwei Jahre ausgedehnt werden.

Für Existenzgründer besteht zudem die Möglichkeit, in den ersten vier Jahren nach Unternehmensgründung befristete Arbeitsverträge ohne zusätzlichen Befristungsgrund bis zu vier Jahren abzuschließen. Dies gilt nicht, wenn mit demselben Existenzgründer bereits zuvor ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat. Bis zu der Gesamtdauer
von vier Jahren ist auch die mehrfache Verlängerung eines kalendermäßig befristeten Arbeitsvertrages zulässig.

Die Befristung eines Arbeitsvertrages muss schriftlich erfolgen. Dies bedeutet für den Unternehmensgründer, dass er einen entsprechend wirksamen Arbeitsvertrag erstellen lässt und vollendet.

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