Dr. Amelie Pohl's Praxis Kommentar

Sondern das Wissen zählt...

Peter F. Drucker (1909-2005) österreichisch-amerikanischer Ökonom hat folgenden Satz geprägt: "Nicht Arbeit, nicht Kapital, nicht Land und Rohstoffe sind die Produktionsfaktoren, die heute in unserer Gesellschaft zählen, sondern das Wissen der Mitarbeiter in den Unternehmen".

Im Franchising wird diese Erkenntnis noch weiter entwickelt. Im Franchising ist es ebenso das know-how, das den Erfolg eines Systems ausmacht. Das know-how eines erfolgreichen Unternehmens wird dabei jedoch nicht nur an die eigenen Mitarbeiter weitergegeben, sondern an eigenständige Unternehmer.

Verfügt somit ein Unternehmer über know-how, das dokumentiert und mittels Schulungen vermittelt werden kann, wäre bereits ein wesentliches Fundamentfür ein Franchise-System vorhanden. Bei diesem know-how kann es sichum ein bestimmtes Geschäftskonzept, in welchem bestimmte Produkte und Dienstleistungen angeboten werden, handeln. Oder aber um ein bestimmtes Marketingkonzept, durch welches zahlreiche Kunden gewonnen werden können oder eine andere Besonderheit. Eine bekannte Marke ist nicht ein wesentliches Argument für ein Franchise-System, steigert aber den Wert eines Konzepts.

Je mehr ein Konzept wiederum multipliziert wird, umso mehr steigert sich dabei auch der Wert des know-hows. Dieses know-how ist selbstverständlich ein bewegliches Gut, welches laufend an den Markt angepasst werden muss. Aus diesem Grunde werden mittlerweile Handbücher, in welchen das Franchise-System und die Beziehungsabläufe zwischen Franchise-Geber und Franchise-Nehmer dokumentiert sind, nicht mehr in Druckform, sondern via Intranet oder über eine Art Wikipedia zur Verfügung gestellt.

Dadurch verfügt der Franchise-Nehmer immer über die aktuellste Version. Ich empfehle jedoch, dass jeder Franchise-Geber die jeweiligen Versionen speichert, da darin u.a. auch Verpflichtungen des Franchise- Nehmers und Franchise-Gebers dokumentiert sind.

Weiters sollte ein Franchise-Nehmer über Änderungen des Handbuchs nachweislich informiert werden. Ist die Änderung in einem Intranet gegeben, reicht nicht nur ein Hinweis im Intranet aus, sondern der Franchise-Nehmer sollte auch bestätigen, dass er die Änderung gelesen und zur Kenntnis genommen hat. Am Besten der Franchise-Geber versendet an den Franchise-Nehmer ein E-mail, welches rückbestätigt werden muss. So kann sicher gestellt werden, dass alle Franchise-Nehmer über wesentliche Änderungen unterrichtet sind.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Monat - vielleicht treffe ich Sie auch auf der Jahrestagung des Österreichischen Franchise-Verbandes am 5. und 6.5.2011 in Wien - Informationen unter www.franchise.at. - ich würde mich freuen!

Ihre

Amelie S. Pohl

pohl@pfp-legal.de,PF&P Rechtsanwälte

Stand Mai 2011

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