Dr. Amelie Pohl's Praxis Kommentar

Mit dem Franchise-System von Österreich nach Deutschland expandieren

In Deutschland ist die Suche von Franchise-Nehmern leichter als in Österreich. Deutschland ist ein Land der Unternehmer. Franchise-Geber sollten nicht scheuen, zumindest in den Österreich angrenzenden Gebieten Franchise-Partner zu gewinnen. Denn Franchise-Konzepte sind nicht nur für ein Land gemacht!

Ist ein Franchise-Konzepte in Österreich erprobt und die bestehenden Franchise-Nehmer im Inland ausreichend versorgt, steht einer Expansion nach Deutschland nichts im Wege.

Ein Franchise-Geber kann zwischen verschiedenen Arten von Expansionsstrategien wählen. Entweder, der Franchise-Geber in Österreich schließt mit dem Franchise-Nehmer in Deutschland direkt den Franchise-Vertrag ab oder der Franchise-Geber übergibt einem sogenannten "Master-Franchise-Nehmer" die Rechte, für eine bestimmte Zeit das Land zu erschließen. Beim Masterfranchising werden die Franchise-Verträge zwischen dem Franchise-Nehmer unddem Master-Franchise-Nehmer (in Deutschland) abgeschlossen und der Master-Franchise-Geber (in Österreich) erhält eine Gebühr von den Umsätzen des Master-Franchise-Nehmers. Für Deutschland empfiehlt sich oft Direkt-Franchising aufgrund des ähnlichen Marktes. Darüber hinaus sind intensive kulturelle Adaptierungen nicht notwendig. Dies kann ggf. bei der Werbestrategie notwendig sein. Ebenso sind keine sprachlichen Barrieren vorhanden. Rechtssicherheit ist gegeben und aufgrund des Binnenmarktes sind auch keine wesentlichen steuerliche Hürden zu erwarten. Prüfen Sie trotzdem die steuerliche Behandlung von Lizenzen.

Wenn Sie als Franchise-Geber direkt mit den Franchise-Nehmern im Ausland die Franchise-Verträge abschließen, müssen diese in jedem Fall an zwingendes deutsches Recht angepasst werden. Hier sind vor allem Verbraucherschutzvorschriften zu beachten. Teilweise sind auch anderer Rechtsgebiete davon betroffen, wie die Rentenversicherungspflicht von Selbständigen. Für den mit dem Masterfranchise-Nehmer gesondert abgeschlossenen Vertrag, ist ein eigenes Vertragswerk zu erstellen (ein Masterfranchise-Vertrag). Darin müssen die Regeln für den Aufbau des Franchise-Systems dargestellt werden. Schließlich wird der Masterfranchise-Nehmer in Deutschland selbst zum Franchise-Geber und dies bedarf einer gesonderten Vertragsgrundlage.

Insofern empfehle ich Ihnen auch des Seminar bei der ICC "Expansion mit Franchising" am 4.4.2011 in Wien. Anmeldungen unter www.icc-austria.org.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreiches Monat!

Ihre

Amelie Pohl

pohl(at)pfp-legal.de

Stand März 2011

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