Franchise und Gründungs Know-how

Wichtige Entscheidungen vor der Franchise-Partnerschaft

Wichtige Entscheidungen vor der Franchise-Partnerschaft

Wenn Sie sich auf den Weg zu Ihrem zukünftigen Franchisegeber machen, haben Sie die wichtigsten Entscheidungen schon hinter sich. Doch welche Entscheidungen müssen Sie im Vorfeld bereits getroffen haben? Für jede Unternehmensgründung gilt das umgekehrte Zwiebelprinzip:Was am Ende zu sehen ist, hat im Inneren langsam und überlegt begonnen.

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Prüfen, entscheiden, verantworten — Bausteine der Franchisepartnerschaft

Die Grundlage bildet Ihre eigene Persönlichkeit. Nicht jeder ist ein Unternehmertyp. Drum prüfe sich vor ab intensiv selbst,was einmal ein guter Franchisenehmer werden will! Eine gute, solide Prüfung umfasst die bestmögliche Betrachtung aller Seiten - aus allen Perspektiven. Jedes Argument hat bekanntlich mindestens zwei Seiten. Die Entscheidung für den Weg in die Unternehmerschaft ist letztendlich nur die Entscheidung für bzw. gegen eine Seite. Unterstützung von Fach- aber auch Lebensprofis ist an dieser Stelle absolut angeraten. Die letztendliche Entscheidung treffen Sie jedoch allein. Grundlage jeder Franchisepartnerschaft ist die Übernahme von unternehmerischer Verantwortung.

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Ihre Lebensentscheidung — nie schnell und aus der Not
Ein K.O-Kriterium gegen jede Unternehmensgründung sei bereits vorweg genommen: Gründe niemals vorschnell und aus der Not heraus! Unternehmensgründung auch mit der besten Unterstützung durch den Franchisegeber ist immer eine persönliche Lebensentscheidung. Diese darf in keinem Fall aus der Laune getroffen werden.

Ihr Team, Ihr Feedback, Ihre Entscheidung
Doch zurück zur Prüfung der Argumente und dem Treffen der richtigen Entscheidung.Oft berichten Franchisegründer davon, dass sie gar nicht wissen, ob Sie alle Punkte geprüft haben und ob Ihre Entscheidung nunmehr richtig sei. Gegen diese Unsicherheit hilft eine einfache, aber wirksame Strategie:

  1. Suchen sie sich von Beginn an Ihr persönliches Gründerteam. Personen, deren Meinung, persönlich oder auch rein fachlicher Art, Ihnen sehr wichtig ist. Hier zählt nicht immer die Meinung „des Netten“, und auch nicht die Teamgröße, sondern vielmehr die ehrliche, eventuell unangenehme Meinung.
  2. Berichten Sie Ihrem Gründerteam regelmäßig über Ihre Ideen, bevorstehenden Entscheidungen sowie auch Ängsten und Bedenken. Nehmen Sie auch Mitglieder Ihres Teams zu wichtigen Terminen mit.

Wenn Sie schon diese beiden Punkte an die allererste Stelle Ihres Gründungsfahrplans stellen, ist die Gründungsentscheidung auf keinen Fall mehr eine einsame, schnelle Entscheidung. Ein gutes Team hält Sie immer nah an der Realität, motiviert oder spricht Klartext. Durch diese Punkte trainieren sie auch weitere wichtige Unternehmereigenschaften: Niederlagen einstecken, nicht abheben, organisieren, sich und seine Ideen und Argumente selbst präsentieren, fair und mit Ehrgeiz kämpfen. Das Teamkonzept dürfen Sie auch nicht verwerfen, wenn Sie mit mehreren gründen wollen - emotionale, schnelle und ungeprüfte Fehlentscheidungen können schließlich auch eine Gruppe treffen.

Vorab ein förderlicher Selbstcheck
Da Sie es sind, der gründen will und nicht Ihr Team, müssen Sie sich vorab über folgende Punkte im Klaren sein:

  • In welchem Bereich will ich gründen?
  • Wie viel meiner bisherigen Ausbildung und Berufserfahrung kann ich dort einbringen?
  • Weiß meine Familie von meiner Idee und was hält sie davon?
  • Wo sehe ich meine Kernkompetenzen?
  • Was weiß ich generell über die Unternehmersituation?
  • Bin ich bereit ein bestehendes Konzept, einen Marktauftritt, eine Produktpalette zu akzeptieren?

Allein die Hoffnung ist chancenlos
Alle diese Punkte zu klären, schafft die Grundlage, um sich im nächsten Schritt an verschiedene Franchisegeber zu wenden. Wahllos nach dem „Prinzip: Hoffnung“ ist von vornherein chancenlos. Übrigens lassen sich Fragen wie: „Bin ich überhaupt ein Unternehmer?“ „Wie sieht der Markt aus?“ „Wie stehen andere zu meiner Idee,meinen Planungen, etc.?“ leicht mit Ihrem Gründerteam klären. Viele Ja´s sind sicher besser als ein einsames: „Ich denke schon“. Viele Nein´s sind an dieser Stelle allerdings auch ein absolutes Warnsignal. Hier gilt entweder: „Zurück auf Start oder beenden“.

Wo bin ich und wo ist mein Ziel - Der Start
Nachdem Sie aus Ihrem Team ein positives Feedback bekommen haben,können Sie sich auf den Weg zu den kommenden Franchisegebern machen. Aufgrund Ihrer soliden Teamarbeit haben Sie hier Ihren ersten strategischen Vorteil. Sie wissen, wohin Sie wollen und wo Sie jetzt sind. Wie kommen Sie nun an die Informationen zum passenden Franchisesystemen? Die Lösung heißt „intensive Recherche“: Internet, Fachzeitschriften, Anfragen an den Deutschen Franchise-Verband, IHK`s, Infoveranstaltungen etc. Anschließend setzten Sie sich einfach mit dem Franchisegeber in Kontakt.

Stehen immer Fragen am Anfang? 
Grundsätzlich und uneingeschränkt JA! Auf dem Weg zur Franchisepartnerschaft heißt es jetzt vor allem: fragen, fragen, fragen. Wer als Franchisegeber viel zu geben hat, wird keiner Frage ausweichen. Im Gegenteil: Jede Ihrer Fragen gibt einem gutem und fairen Franchisegeber die einmalige Chance, sich Ihnen mit seinen Stärken zu präsentieren. Jede ausweichende oder gar nicht beantwortete Frage sollte der Anfang vom Ende sein.Wer nichts zu bieten hat, hat allzu oft auch keine Antworten. Daraus wird keine faire und erfolgreiche Partnerschaft.

Zuviel des Guten 
Was passiert, wenn alles gut läuft, Ihr Team Sie offen und ehrlich bestärkt, Sie sich aber nicht zwischen mehreren Franchisegebern entscheiden können? Warten ist hier fehl am Platz, denn das einzige, was läuft ist dann die Zeit. Und die läuft eventuell gegen Sie. Sehen Sie diese Situation aber mal positiv: Mehre Franchisegeber können sich Sie als Partner vorstellen, in diesem Bereich scheint ein Markt zu bestehen. Sie selber haben die Franchisegeberlandschaft gut und umfassend betrachtet. Ihre Persönlichkeit und Qualifikation ist interessant.

Qual der Wahl als kaufmännische Chance: Handeln ist erlaubt! 
Die Qual der Wahl zwischen mehreren Anbietern birgt eine große Chance für Sie. Inwiefern? Alle Inhalte von Franchiseverträgen sind grundsätzlich verhandelbar. Warum also in einer solchen Situation nicht auch mal zu Ihren Gunsten nachfragen? Sie müssen an dieser Stelle ihre erste Unternehmerentscheidung treffen. Eine Patentlösung ohne jegliches Unternehmerrisiko gibt es nicht. Doch jedes Risiko hält wach, schärft den Ehrgeiz und macht fit für Markt und Kunden.

Viel Erfolg mit Ihrem Gründerteam wünscht Ihnen
Sven Pioch

PS: Der Autor bindet noch heute sein Team aktiv bei wichtigen Entscheidungen ein.

Autor: Dipl.-Kfm. Sven Pioch
Quelle: Infomagazin Gründung & Franchising 2007

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