Franchise und Gründungs Know-how

Welche Anforderungen muss der Franchisevertrag erfüllen

Welche Anforderungen muss der Franchisevertrag erfüllen

Damit Franchisenehmer Förderdarlehen beantragen können, müssen grundsätzlich die spezifischen Bedingungen des jeweiligen Kreditprogramms erfüllt sein. Werden Kredite beantragt, bei denen die KfW Mittelstandsbank anteilig oder vollständig die Haftung übernimmt (zum Beispiel StartGeld, Mikro-Darlehen, Unternehmerkapital – ERP-Kapital für Gründung, Unternehmerkapital – ERP-Kapital für Wachstum), muss der Franchisevertrag folgenden Voraussetzungen genügen:

  • Sie sind als Franchisenehmer rechtlich und wirtschaftlich selbstständig, handeln im eigenen Namen und auf eigene Rechnung.
  • Der Franchisevertrag enthält kein nachvertragliches Wettbewerbsverbot und ermöglicht Ihnen damit eine nachhaltige selbstständige Existenz auch über die Vertragslaufzeit hinaus. Wenn jedoch ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot vereinbart wird, beträgt die Vertragslaufzeit, gegebenenfalls mit Verlängerungsoptionen, mindestens zehn Jahre.
  • Im Franchisevertrag ist deutsches Recht oder das Recht eines in einem EU-/EFTA Staat ansässigen Franchisegebers vereinbart.
  1. Wie unterscheidet sich Franchising von anderen Vertriebsarten?

Ein Franchise-System ist ein kooperatives, arbeitsteiliges und straffes Vertriebssystem mit vertikaler Struktur. Als solches weist es folgende Merkmale auf:

  • Absatzsystem

Ein Absatzsystem im Franchising besteht aus dezentralen Vertriebsstellen, das heißt, der Vertrieb wird nicht vom Franchise-Geber reguliert, sondern von den jeweiligen Franchise-Nehmern vor Ort gesteuert. Das franchise-spezifische Absatzsystem ermöglicht zudem eine systematische Potentialausschöpfung. Dadurch, dass der Vertrieb dem Franchise-Nehmer obliegt, der die Nachfrage in seinem Gebiet am besten kennt, wird dieser von Standort zu Standort gesteuert; die Marktmasse bleibt flexibel.

  • Leistungsbeitrag des Franchise-Gebers

Zu den Leistungen des Franchise-Gebers gehören unter anderem das Erstellen von Beschaffungs-, Absatz- und Organisationskonzepten sowie der Betriebsaufbau, die Ausbildung der Partner, ihre laufende aktive Unterstützung und die ständige Weiterentwicklung des Systems.

  • Leistungsbeitrag des Franchise-Nehmers

Die Leistungen des Franchise-Nehmers setzen sich aus seinem Arbeits- und Kapitaleinsatz sowie den Markt- und Erfolgsinformationen, die er der Systemzentrale zur professionellen Auswertung übermittelt, zusammen.

  • Rechtlicher Status

Sowohl der Franchise-Geber als auch der Franchise-Nehmer sind selbstständige Unternehmer. Sie arbeiten in eigenem Namen und auf eigene Rechnung. Der Franchise-Geber hat lediglich richtlinien-ähnliche Kompetenzen, die es ihm ermöglichen, systemkonformes Verhalten durchzusetzen.

  • Straffe Organisation

Die Organisation eines Franchise-Systems zeichnet sich zum einen durch seine vertikale Struktur aus, das heißt, der Franchise-Geber erstellt und überlässt dem Franchise-Nehmer das bewährte Geschäftskonzept, das wiederum dessen unternehmerischen Erfolg sichert. Für Franchise-Geber und Franchise-Nehmer bedeutet dies eine faire Erfolgsbeteiligung. Zum anderen zeichnet sich die Organisation durch eine komplementäre Arbeitsteilung aus, die eine gruppeninterne Spezialisierung ermöglicht, so dass jeder das tut, was er am besten kann. Hinzu kommt, dass der Franchise-Geber eine richtlinien-ähnliche Kompetenz innehat, die das systemkonforme Verhalten aller Beteiligten ermöglicht. Die Selbstständigkeit des Franchise-Nehmers wird dadurch nicht berührt.

  • Einheitliches Auftreten

Das einheitliche Auftreten des Systems stärkt nicht nur das Gesamterscheinungsbild, sondern auch die Marke beziehungsweise den Namen des Systems auf dem Markt. Gleichzeitig wird der Bekanntheitsgrad unter den Verbrauchern gesteigert. Darüber hinaus stellt das einheitliche Auftreten zusammen mit dem gemeinsamen Image einen wesentlichen Erfolgsfaktor jedes Franchise-Systems dar und trägt erheblich zum Vertrauensverhältnis zwischen Franchise-Geber und Franchise-Nehmer bei.

  • Vertragsrechtliche und markenspezifische Bindung der Partner

Die vertragsrechtliche Bindung der Partner ist grundsätzlich auf eine längerfristige Zusammenarbeit ausgerichtet. Diese Dauerhaftigkeit schützt einerseits Franchise- -Geber und Franchise-Nehmer vor einer kurzfristigen ordentlichen Kündigung. In den meisten Fällen bedeutet gerade für den Franchise-Nehmer eine solche Kündigung den Entzug der Existenzgrundlage. Während der fest vereinbarten Laufzeit ist daher für beide Seiten nur eine fristlose Kündigung aus wichtigem Grund möglich. Andererseits ermöglicht eine lange Vertragslaufzeit dem Franchise-Geber die längerfristige Planung des gesamten Systems und dem Franchise-Nehmer die nachhaltige Existenzsicherung sowie die Rückgewinnung seines Kapitaleinsatzes. Schließlich dient dem Franchise-Nehmer der – allerdings mit dem Franchise-Geber abzustimmende – Verkauf seines Unternehmens als Altersvorsorge, wodurch er den Firmenwert realisiert oder entsprechend neues Investitionskapital für eine andere Geschäftsidee erhält. 

Quelle: Gründung & Franchising 2007/2008; Erfolgreich Selbstständig; BusinessVillage Verlag; ISBN-13:978-3-938358-65-8

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