Franchise und Gründungs Know-how

Liquiditätsplanung

Um den Geschäftsbetrieb eines Unternehmens aufrechterhalten zu können, müssen ständig kurzfristig verfügbare Geldmittel vorhanden sein, um Lieferantenrechnungen, Gehälter, Mieten usw. fristgemäß bezahlen zu können. Damit dies gewährleistet ist, ist die ständige Überwachung der Zahlungsfähigkeit grundsätzlich wichtig. Wichtigstes Hilfsmittel hierfür ist, wie bereits mehrmals angemerkt, die Liquiditätsrechnung, die voraussichtliche Einnahmen und Ausgaben in ihrer Fristigkeit und Höhe ermittelt.

A: Liquide Mittel
Hier werden bereits vorhandene, „flüssige“ Mittel eingetragen. Ein Kassenbestand ist nicht ausgewiesen. Dagegen wird ein Bank- und Postbankguthaben von 10.000 Euro eingetragen.

B: Einnahmen
Unter diese Rubrik werden sämtliche voraussichtlichen Einnahmen erfasst, die sich aus Warenverkäufen ergeben, und voraussichtlich verfügbare Darlehen, die für Gründungsausgaben und zur Deckung der laufenden Ausgaben vorgesehen sind. Ebenso werden unter „Privateinzahlungen“ Einlagen erfasst, die aus dem Privatvermögen des Gründers kommen, und unter „Sonstige Einnahmen“ alle Vermögenswerte, die als außerordentliche Einnahmen anzusehen sind (zum Beispiel Nebeneinkünfte).
In einer Gründungsbilanz (siehe unten) wird von einem Kapitalbedarfsvolumen von 100.000 Euro ausgegangen. Es setzt sich aus dem Anlagevermögen (Büro- und Ladeneinrichtung, Maschinen, Kraftfahrzeug), der ersten Warenausstattung und den Anlaufkosten zusammen. Dabei zeigt die Gegenüberstellung des Kapitalbedarfs und der zur Deckung benötigten Finanzierungsmittel auch, aus welchen Quellen die Mittel bezogen und wie sie verwendet werden können. Dies geschieht am zweckmäßigsten in einer Gründungsübersicht, wie sie unten dargestellt ist.

Gründungsbilanz (in Euro)

In unserer Planung werden die im Finanzierungsplan ausgewiesenen öffentlichen Gründungsdarlehen (zusammen 35.000 Euro) unter „Darlehen“ eingetragen, und Eigenmittel, die zur Gründungsfinanzierung benötigt werden, unter der Rubrik „Privateinzahlungen“ (15.000 Euro). Um eine „optische“ Trennung von Fremdkapital (Unternehmerkredit, Landes-Gründungsdarlehen) und dem Unternehmerkapital (ERP-Kapital für Gründung), das von der Haftungsseite her gesehen wie Eigenkapital behandelt wird, zu erreichen, wird das Unternehmerkapital unter „Sonstige Einnahmen“ aufgeführt.

C: Verfügbare Mittel
Liquide Mittel („A“) und Einnahmen („B“) addiert ergeben die voraussichtlichen gesamtverfügbaren Mittel, die zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes vorhanden sein sollten. Die gesamten Einnahmen aus dem betrieblichen und privaten Bereich müssen den Gesamtausgaben aus der Betriebs- und Privatsphäre gegenübergestellt werden.

D: Ausgaben
Den Gesamteinnahmen stehen Gesamtausgaben gegenüber, die durch ausreichende Geldzuflüsse gedeckt sein müssen, um so nicht kurzfristig in einen Liquiditätsengpass zu geraten. Unter „Ausgaben“ werden die laufenden Kosten eines Unternehmens in ihrer monatlichen Fristigkeit aufgeführt, ebenso Tilgungsrückführung für Darlehen. Unter der Rubrik „Privatentnahmen“ schließlich tragen Sie den sogenannten kalkulatorischen Unternehmerlohn – ein, das heißt, die Entnahmen für private Zwecke (Lebensunterhalt, Miete für Privatwohnung, Rücklagen für Einkommensteuernachzahlungen usw.).

E: Gesamtausgaben
Betriebliche Ausgaben und Privatentnahmen ergeben zusammen die Gesamtausgaben innerhalb einer Planperiode. Sie werden den gesamtverfügbaren Mitteln („C“) gegenübergestellt. Zieht man nun die Gesamtausgaben („E“) ab, so lässt sich leicht feststellen, ob noch ausreichend Liquidität zur Bildung von Eigenkapital vorhanden sein wird.

F: Überdeckung/Unterdeckung
Wie bereits festgestellt, ergibt die Gegenüberstellung von Gesamteinnahmen und Gesamtausgaben in den Monaten Januar und Oktober einen Fehlbetrag, der durch den Einsatz des Kontokorrentkredits kurzfristig ausgeglichen werden kann. Von der zuständigen Hausbank wird voraussichtlich ein Kontokorrentkredit über 25.000 Euro eingeräumt, der zur teilweisen Deckung der Ausgaben eingesetzt werden sollte. Ein Liquiditätsüberschuss von z. B. 5.200 Euro (Januar) ist erfolgt. Aus Gründen der Fortschreibungssystematik von Planmonat zu Planmonat ist es sinnvoll, die so ermittelte Liquidität unter „Bank- und Postbankguthaben“ des Folgemonats zu übertragen.

Quelle: Gründung & Franchising 2007/2008; Erfolgreich Selbstständig; BusinessVillage Verlag; ISBN-13:978-3-938358-65-8
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