Gründer Service

Gründermessen — lohnt der Besuch?

Gründermessen — lohnt der Besuch?

Messen stellen für jeden potentiellen Besucher eine Herausforderung dar. Das gilt sicher für die in der Regel anstrengenden Messetage selbst, vielmehr aber zunächst für die Entscheidung, ob überhaupt die Messe besucht werden soll.

Die Frage will gut beantwortet sein. Wo liegt der Nutzen meines Besuches und welche Art von Messen bieten sich dann an? In unserem Fall bieten sich natürlich Franchise- und Existenzgründungsmessen an, wo Geschäftsideen vieler Unternehmen angeboten werden, wo sich der Besucher über viele Konzepte informieren, sich aber auch mit vielen Angeboten auseinandersetzen muss.

In beiderlei Hinsicht muss der Besuch intensiv vorbereitet werden. Bei den meisten Messen ist die Zahl der Aussteller so groß, dass keinesfalls alle aufgesucht werden können. Und auch nicht besucht werden müssen. Also gilt es zunächst das „Ziel“ zu definieren.

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Zieldefinition - der folgende Fragenkatalog könnte dabei helfen:

  • Welche Informationen möchte ich auf der Messe bekommen?
  • Welcher Aussteller kann mir diese Informationen zur Verfügung stellen?
  • Bei welchem Aussteller lohnt sich ein längeres persönliches Gespräch?
  • Bei welchem Aussteller suche ich lediglich grundsätzliche Informationen, für welche ein kurzes Gespräch und die Mitnahme von Infomaterial ausreicht?
  • Bei welchem Aussteller müssen Gesprächstermine vereinbart werden? Wer sind meine Gesprächspartner?
  • Welchen zeitlichen Rahmen muss ich für die Gespräche einplanen?
  • Wo befinden sich die Stände dieser Aussteller?
  • Finden interessante Vorträge oder Workshops statt, an denen ich teilnehmen möchte?
  • Wann finden diese wo statt? Wie lange dauern sie?
  • Welche „Route“ über die Messe muss ich planen, um die Messezeit effektiv nutzen kann und nicht Zeit mit Suche vertun muss?

Dazu kommen weitere organisatorische Fragen:

  • Wie lange plane ich auf der Messe zu bleiben?
  • Wie reise ich an und ab?
  • Wo erhalte ich einen kostenlose oder vergünstigte Eintrittskarte? (Tipp: Hier helfen oft die Aussteller)
  • Wo erhalte ich einen Messeguide mit Hallenplänen?

 

Mit wem habe ich es zu tun?
Zusätzlich macht es in jedem Fall Sinn, sich mit der Historie der Messe auseinander zu setzen. Wie sind die Besucherzahlen, welche Art von Ausstellern ist vertreten, steht der Eintrittspreis im Verhältnis zu meinem möglichen Nutzen, stimmt der Service? Ist das zufrieden stellend beantwortet, dann kann auch die Entscheidung über den Besuch der Messe getroffen werden.

Gerade im Franchisebereich wird bei der Partnersuche auf den Erfolg im Internet gesetzt. Franchise-Unternehmen präsentieren auf entsprechenden Seiten Geschäftsidee und Franchisekonzept; sie formulieren dabei auch meist die Einstiegsbedingungen wie beruflicher Hintergrund, Finanzbedarf, Persönlichkeitsfaktoren, Erwartungen des Gebers, etc, so dass man schnell einen guten Überblick enthält. Gründer finden darüber hinaus Expertenwissen Tipps, Termine, wichtige Adressen und Checklisten. Auch in der Lokal- und Fachpresse erscheinen interessante Berichte über erfolgreiche Systeme — genauso wie über Schwarze Schafe. Menschen, die sich für eine Geschäftspartnerschaft als Franchisenehmer interessieren, sollten aber nicht nur auf reine „einseitige“ Information setzen; denn diese ersetzt nicht die dialog-orientiere Beratung.

Was haben Messen, was Medien nicht haben?
Veranstaltungen wie Franchisetage, die oft von Kammern veranstaltet werden, sind genauso wichtig und richtig wie die Existenzgründermessen. Dieses Veranstaltungssegment wächst seit zwei Jahren wieder. Diese Messen sind in der Regel durchaus für die „Qualität“ ihrer Besucher bekannt. Hierher verirren sich selten Menschen, die nur Tüten mit Werbematerial sammeln. Hier treffen Gründungsinteressierte auf Gesprächspartner, die sie bei der Suche nach ihrem unternehmerischen Arbeitsfeld durchaus weiterbringen können — auch wenn nicht jedes Gespräch gleich zu einer Partnerschaft führt.

Neutrale Besucherbefragungen zeigen: Schon lange nicht mehr kommen nur die jungen, vor dem Bildungsabschluss stehenden Besucher oder arbeitslose Existenzgründer, sondern angezogen von diesen Gründermessen werden auch bereits unternehmerisch tätige Menschen. Sie suchen oft Anregungen für ihr weiterhin bestehendes Geschäft, aber auch Ideen für einen neuen Start. Den können Franchisegeber auf Messen bieten. Unternehmen bieten im Vorfeld der Messe ihren Interessenten oft an, sich zu einem festen Gesprächstermin zu verabreden. Vorteil des Besuchers: Er wird erwartet. Er muss nicht zwischen Tür und Angel sein Anliegen besprechen, sondern hat ein festes Zeitkontingent, in dem alle wichtigen Punkte besprochen werden können. Und es ist oft angenehmer, jemanden zu treffen, mit dem man sich telefonisch bereits verabredet hat.

Wer sich selbstständig machen will und dabei auch seine Entscheidung in Richtung eines Franchisegebers lenkt, sollte sich also zunächst intensiv über erprobte und nachhaltig erfolgreiche Geschäftsideen zu informieren und vielleicht schon eine erste Vorauswahl treffen. Aber dann gilt: Ein persönliches Gespräch auf einer Messe ist durch nichts zu ersetzen.

Fazit: Ein gut „vorbereiteter Besuch“ auf einer „gut vorbereiteten Messe“ lohnt allemal.

Autor: Detlef Kutta, franchise-net

Quelle: Infomagazin Gründung und Franchising 2007

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